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Was will ich im Alter und wie gehe ich es an? Selbstbestimmt und nach eigenen Wünschen im Landkreis älter werden (29.06.2018)
LAndkreis Lüchow-Dannenberg (LK 64/2018)

Wie möchten Menschen im Landkreis Lüchow-Dannenberg eigentlich älter werden und was brauchen sie dafür? Dieser breiten Fragestellung ging die Arbeitsgruppe, angesiedelt bei der Gesundheitsregion Lüchow-Dannenberg, mittels einer Fragebogenerhebung und einem Workshop mit 32 Bürger*innen im Jahr 2017 nach. Die Ideen und Anregungen sind vielfältig und machen zum Teil bereits lang bekannte Verbesserungsnotwendigkeiten aber auch alternative Lösungen in kleinen Schritten deutlich! Im Rahmen des Projekts „Kontextcheck“ analysierte die Arbeitsgruppe, welche objektiven Bedarfe und individuellen Wünsche bestehen, damit älter werdende Menschen sich mit ihren Wünschen im Alter frühzeitig auseinandersetzen und diese aktiv umsetzen können.
Die Fragebögen wurden durch die Bürgermeister*innen der 27 Gemeinden im Landkreis Lüchow-Dannenberg verteilt. Dabei zeigte sich, dass insbesondere die Jüngeren ab 55 Jahren (84%) sich bereits intensiver mit ihren Wunschvorstellungen im Alter und deren Umsetzung beschäftigen. Im Vordergrund stehen dabei die Wohnsituation und die pflegerische oder medizinische Versorgung aber auch die Freizeitgestaltung und die finanzielle Absicherung spielen eine wichtige Rolle.  Bei der Altersgruppe über 70 Jahren kam eigentlich alles eher zufällig und Probleme wurden akut gelöst, wenn sie auftauchten. Die Familie und Kinder gelten als zentrale Unterstützung, ziehen diese weg, wird es schon schwieriger, aber häufig helfe man sich in der Nachbarschaft. Auch das Ehrenamt und die Vereinsarbeit im Landkreis bereichern Kultur- und Freizeitangebot und ermöglichen z. B. wie bei den „roten Engeln“ sozialen Austausch und kleine Hilfestellungen. Der Landkreis mit seinen fürs Wendland „typischen“ Gegebenheiten hat viele Potenziale die auch für Senior*innen attraktiv bleiben: Die meisten Befragten möchten gerne in ihren vier Wänden, der umgebenden Natur und mit Familie und Freunden im Landkreis Lüchow-Dannenberg älter werden. Das Thema Älterwerden wird hier überwiegend (entgegen pessimistischerer Altersbilder) als Chance gesehen: „mehr Zeit für sich“, „Altwerden kann was Tolles sein!“.

Probleme oder Sorgen treten allerdings auf, wenn man vielleicht irgendwann nicht mehr mit dem Fahrrad oder eigenem Auto mobil ist: Die eingeschränkten Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs und die schwierige Nahversorgung im ländlichen Raum werfen Fragen und Forderungen auf: „Wie erreiche ich dann Fachärzte in Lüchow, Dannenberg, Lüneburg, Bad Bevensen? Ich wünsche mir gute, bezahlbare und vielfältige Nahverkehrsmöglichkeiten z.B. Mitfahrbänke, Mitfahrzentralen, Rufbusse, Fahrdienste, …“ Hier werden Ideen laut, mehr Hausbesuche in Therapie und ärztlicher Versorgung zu ermöglichen und Wohnen mit ambulanter Versorgung auszubauen oder alternative Wohnformen wie Intergenerationen-Wohnen oder Senioren-Wohngemeinschaften zu schaffen. Auch an der Barrierefreiheit von Fußwegen, Praxen und dem Freibad sollte gearbeitet werden. Die Internetversorgung ist – wie immer – auch hier ein Dauerbrenner.

Sogenannte „Kümmerer bzw. Gemeindeschwestern“ könnten dem Wunsch nach mehr Aufklärung und Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten entgegenkommen. Der Landkreis bündelt Informationen dieser Art zwar im Seniorenstützpunkt, dieser scheint jedoch nicht weithin bekannt. Persönliche Ansprechpartner*innen in den Ortschaften könnten somit Entfernungen und Barrieren überbrücken.
Die Hälfte der Befragten der Altersgruppe 55-70 wünscht sich mehr Informationen und Beratung zu relevanten Themen – gerne könnten auch im Austausch mit Gleichgesinnten Ideen weiterentwickelt und umgesetzt werden, wozu es Impulse und Koordination braucht!

Als eine von sechs Modellkommunen ist das Projekt Kontextcheck in Lüchow- Dannenberg Anfang 2017 gestartet. Ziel ist es, Prävention und Gesundheitsförderung als kontinuierlichen strategischen Prozess in der Kommune zu auszubauen und ein Netzwerk an interdisziplinären Unterstützungsangeboten zu schaffen. Das Projekt wird von der BKK Mobil Oil gefördert und von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. e. V. begleitet. Weiterführende Informationen zum Projekt „Kontextcheck“ finden Sie auf der Website der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. e. V. unter www.gesundheit-nds.de (Kontakt: lea.oesterle@gesundheit-nds.de).

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