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Schulung und Schautag zur ökologischen Pflege von Baumhecken (23.12.2019)
Landkreis Lüchow-Dannenberg (LK 149/2019)

Windschutzhecken als Erosionsschutz, Schadstofffilter, Sauerstoff- und Schattenspender, aber vor allem auch zur Biotopvernetzung und als optische Bereicherung zum Beispiel für Spaziergänger - wie diese in Ihrer Funktion als Lebensraum gestärkt und entwickelt werden können, war Thema einer Veranstaltung zu der der Landkreis Lüchow-Dannenberg im Rahmen des EU-Förderprojektes „Aufbau und Etablierung einer Gebietsbetreuung“ gemeinsam mit dem Maschinenring Lüchow e.V. einlud.

Voll bis auf den letzten Platz war die Schützenkate in Volzendorf am vergangenen Donnerstag als der Landkreis mit den Gebietsbetreuern für die Vogelschutzgebiete Drawehn, Lucie und Nemitzer Heide und dem Maschinenring eine Schulung mit Schautag zur ökologischen Pflege von Windschutzstreifen und Baumhecken in Volzendorf organisierte. Als Fachreferent war Hans-Jürgen Kelm, „Naturschutzförster“ der Niedersächsischen Landesforsten eingeladen. Er berichtete über die Bedeutung von Baumhecken als Lebensraum für Vögel und Insekten.

Ab 1. Oktober bis 28. Februar jeden Jahres ist es erlaubt Hecken in der freien Landschaft zurückzuschneiden und auszulichten, deshalb wurde vom Landkreis gemeinsam mit dem Maschinenring die Schulung zum schonenden Rückschnitt angeboten. Auch ging es darum, geschützte Arten wie Kreuzdorn, Pfaffenhütchen, Wildapfel und Wildbirne und Feldulme zu erkennen und häufige Dornensträucher wie Hundsrose, Weißdorn, Schlehe und Brombeere, die besonders insektenreich sind und gute Brutmöglichkeiten für Vögel bieten, bei der Pflege bedacht und nur abschnittweise zurückzunehmen. Da Sträucher und Stauden ausreichend Licht benötigen ist eine gezielte Entnahme von einzelnen Schattenbäumen also erwünscht. Seltene Arten wie Schwarzpappel und Wildobst vor der Maßnahme durch Auszeichnen aber unbedingt sichern!

Viele Tierarten profitieren von den Landschaftselementen. Besonders artenreich sind diese Randlinien gerade aufgrund des kleinräumigen Wechsels von trockenen und feuchten Standorten, so Kelm. Beispielsweise konnte im Lemgow eine der höchsten Rebhuhndichten in Lüchow-Dannenberg nachgewiesen werden. Der Neuntöter erreicht im Gebiet mit die höchsten Siedlungsdichten in Niedersachsen und die Nachtigall gehört zu den unverkennbaren Charakterarten.

Fragen gab es nach dem Vortrag vor allem zu Zuständigkeiten und rechtlichen Belangen, die von den anwesenden Mitarbeiterinnen der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) ausführlich beantwortet wurden. So ist ein normaler Pflegeschnitt, der den jährlichen Zuwachs zurücknimmt ohne Anmeldung bei der UNB möglich, bei größeren Eingriffen wurde eine Abstimmung mit der UNB jedoch unbedingt empfohlen. Auch auf den beim Landkreis erhältlichen Leitfaden „Empfehlung zur landschaftsgerechten Heckenpflege“ wurde hingewiesen.

Nach dem Vortrag konnte der gezielte Einsatz von Kneifern und die Verwertungsmöglichkeiten vor Ort besichtigt und besprochen werden. Ein senkrecht gestellter Mulcher ergibt nicht das gewünschte Bild, betonte Kelm. Es sollte eine gezielte Pflege, die unproblematischer Arten schont und nur dort eingreift wo es erforderlich ist erfolgen. Dies gelingt bisher am besten durch Absprachen in der Dorfgemeinschaft so Horst Kaufmann, aber in Zukunft werden Dienstleister wie vom Maschinenring vorgestellt immer wichtiger.

Bild: Petra bernardy

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