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Neue Naturschutzgebiete gewonnen (30.01.2019)
Landkreis Lüchow-Dannenberg (LK 09/2019)

Auf Beschluss des Kreistages vom 25. Juni 2018 erfolgte die Veröffentlichung über die Ausweisung der neuen Naturschutzgebiete (NSG) „Nemitzer Heide“ sowie „Mittlere Dumme und Püggener Moor“ am 02. November 2018 im Niedersächsischen Ministerialblatt. Dadurch sind die Naturschutzgebietsverordnungen nun in Kraft getreten.

Die Ausweisung beider Naturschutzgebiete erfolgte durch den Landkreis aufgrund der europarechtlichen  Verpflichtungen zur Umsetzung der FFH (Flora-Fauna-Habitat) und EU-Vogelschutzrichtlinie.

Die 1064 ha große „Nemitzer Heide“  ist ein insbesondere von Sandheiden, Magerrasen und  Kiefernwäldern auf nährstoffarmen, trockenen Sandböden geprägtes Gebiet. Aber auch feuchte Grünland- und Ackerflächen sind hier zu finden. Die Nemitzer Heide liegt südöstlich von Trebel und Nemitz und erstreckt sich bis in die Prezeller Wiesen.

Die Nemitzer Heide bietet neben den als FFH-Lebensraumtypen dominierenden Sandheiden und Magerrasen auch einer hohen Zahl von geschützten und teilweise sehr seltenen Tierarten eine Heimat, wie z. B. der Zauneidechse und Schlingnatter oder der Blauflügeligen Ödlandschrecke. Als EU-Vogelschutzgebiet ist die Nemitzer Heide aber vor allem Lebensraum für Vogelarten wie die Heidelerche und den Ziegenmelker.

Zum Schutze dieser Seltenheiten regelt die Naturschutzgebietsverordnung unter anderem, dass das Betreten, Befahren und Reiten im Gebiet außerhalb der Wege verboten ist. Das Sammeln von Pilzen ist aber z. B. außerhalb der Wege im Wald außerhalb der Vogelbrutzeit erlaubt. Des Weiteren werden Regelungen zum Durchführen von organisierten Veranstaltungen oder zur Grünlandnutzung getroffen.

Sowohl der Naturpark Elbhöhen-Wendland e.V., der Landkreis Lüchow-Dannenberg, u. a. in Kooperation mit einer Schäferei sowie auch die Bundesrepublik Deutschland als größerer Flächeneigentümer kümmern sich seit vielen Jahren um die Pflege und Entwicklung insbesondere der durch den Waldbrand 1975 ursächlich entstandenen, naturnahen Landschaft – dies soll auch zukünftig weiterhin erfolgen.

Das Naturschutzgebiet "Mittlere Dumme und Püggener Moor" umfasst den Mittellauf der  Dumme, ihre Zuflüsse wie den Clenzer Bach, den Köhlener und Püggener Mühlenbach und die Niederung nördlich des Naturschutzgebiet "Gain" und östlich bis zum ehemaligen Naturschutzgebiet "Salzflora Schreyahn" im Osten. Einbezogen in das ca. 1351 ha große Naturschutzgebiet ist das im Norden befindliche Püggener Moor, ein ausgeprägtes Niedermoorgebiet mit Nasswiesen und Erlen-Eschenauwäldern. Das Naturschutzgebiet "Mittlere Dumme und Püggener Moor" ist besonders geprägt durch die naturnahen, auf weiten Strecken nicht ausgebauten Gewässerläufe der Dumme und des Köhlener und Püggener Mühlenbaches. In der Niederung herrschen Gley- und Niedermoorböden mit natürlicherweise höheren Grundwasserständen vor. Der weite Talraum mit auch bachbegleitenden, naturnahen Laubwäldern  zieht sich als breite, überwiegend offene Niederung vom Gain bis zum Luckauer Holz sowie nach Norden bis zur Ortslage Bausen. Dieser Raum ist gekennzeichnet durch ausgedehntes Feuchtgrünland in enger räumlicher und funktionaler Verzahnung mit verschiedenen naturnahen Lebensräumen des Offen- und Halboffenlandes. Eine Besonderheit ist der Bereich der Salzflora Schreyahn, der größten niedersächsischen Salzflora im Binnenland. Sie entstand im Umfeld eines nach dem ersten Weltkrieg stillgelegten Kalisalzbergwerkes.

Das FFH- und EU-Vogelschutzgebiet dient zahlreichen Tier- und Vogelarten sowie auch Lebensraumtypen gemäß der EU-Richtlinien als Lebensraum. Beispielhaft sind Fischotter, Bachneunauge, Bitterling, Braunkehlchen, Kranich, Seeadler, Salzflora, Erlen-Eschenauwälder und Flachland-Mähwiesen zu nennen.

Die neue NSG-Verordnung ersetzt auch die alte NSG-Verordnung „Salzflora bei Schreyahn“ der Bezirksregierung Lüneburg aus dem Jahr 1989 und die Landschaftsschutzgebietsverordnung „Püggener Moor“ des Landkreises aus dem Jahr 1974 – beide Verordnungen gelten ab sofort nicht mehr. 

Zum Erhalt der wertvollen Lebensraumtypen und Arten trifft die NSG-Verordnung Regelungen zur Bewirtschaftung bestimmter Wälder, insbesondere Erlen-Eschenauwälder und von Nass- und Feuchtgrünland. Das Fällen von Bäumen, der Rückschnitt von Hecken u. a. m., das über notwendige Unterhaltungs- oder Verkehrssicherungsmaßnahmen hinausgeht, bedarf nun einer Zulassung durch die untere Naturschutzbehörde des Landkreises.

Die Verordnung trifft auch zeitliche Regelungen zur Unterhaltung und Pflege von Wegeseitenräumen und Gewässersäumen unter Berücksichtigung des Schutzes von seltenen Vogelarten wie dem Braunkehlchen.

 

 


Foto: Nasswiese mit Kuckuckslichtnelke (Foto: E. Krüger)

Für Einschränkungen bei der Bewirtschaftung von Grünland und Wald kann bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bewilligungsstelle Uelzen, ein sogenannter Erschwernisausgleich beantragt werden.
Weitere Informationen zu den neuen Schutzgebieten und  ihren Verordnungen gibt der Landkreis Lüchow-Dannenberg, Untere Naturschutzbehörde, Uwe Meyer (05841-120 512).
Alle Unterlagen können dort oder auch im Internet unter www.luechow-dannenberg.de eingesehen werden https://www.luechow-dannenberg.de/home/bauen-wohnen-umwelt/klima-umwelt-und-naturschutz/natur-und-landschaftsschutz.aspx

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