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Tierschutzauflagen für Schweine haltende Betriebe - Was gilt jetzt – was ändert sich demnächst (LK 88/2011)

Lüchow. Seit August 2006 gelten für Schweine haltende Betriebe in Deutschland die Regelungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Abschnitt 1 enthält allgemeine Bestimmungen, Abschnitt 5 regelt die speziellen Anforderungen an das Halten von Schweinen. Diese Anforderungen sind zu erfüllen. Allerdings hat der Gesetzgeber für die Einhaltung einiger dieser Anforderungen Übergangsfristen für sogenannte Altbauten eingeräumt. Altbauten sind Ställe, die bereits vor dem August 2006 genehmigt oder in Betrieb genommen wurden.

Die eingeräumten Übergangsfristen laufen am 31.12.2012 aus. Mit Ablauf der Übergangsfristen sind für viele Betriebe erhebliche bauliche Maßnahmen und Investitionen unumgänglich. Auf den Betrieb angepasste Einzelkonzepte müssen insbesondere die betriebliche Perspektive berücksichtigen und können damit nicht generell empfohlen werden. Den Schweine haltenden Betrieben wird daher nahegelegt, sich rechtzeitig mit entsprechenden Verbandsberatern oder dem Fachdienst 39 (Veterinärwesen und Verbraucherschutz) des Landkreises in Verbindung zu setzen und sich auch über ein vielleicht notwendiges Baugenehmigungsverfahren beim Landkreis zu informieren.
Insbesondere die Sauenhaltung wird sich nach Ablauf der Übergangsfristen für viele Altbetriebe grundlegend ändern müssen. Ab 2013 sind auch in Altbauten die Sauen grundsätzlich in Gruppen zu halten und zwar im Zeitraum von vier Wochen nach dem Decken bis eine Woche vor dem errechneten Abferkeltermin. Die Gruppenhaltung von Sauen stellt höhere Anforderungen an das Herdenmanagement. Nicht alle Sauen sind gruppenverträglich. Für mindestens 5 % der in Gruppen gehaltenen Sauen sind daher Extrabuchten für unverträgliche oder kranke und verletzte Sauen vorzuhalten. Weiterhin sind konkrete Vorgaben zu Mindest-Buchtenlängen, nutzbare Boden- und Liegefläche, Gangbreiten hinter Fressliegebuchten, Beschäftigungsmaterial und anderes mehr einzuhalten.
Die Veterinärämter sind angewiesen, die Einhaltung der Tierschutzvorgaben strikt zu kontrollieren bzw. durchzusetzen. Um Bußgelder und Prämienabzüge zu vermeiden, sollten die Veränderungen fristgerecht vorgenommen werden.  
Der Fachdienst 39 hat den Zuchtbetrieben daher bereits ein Merkblatt von der Homepage des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung zugeschickt. Hier sind die Eckdaten zur Haltung von Sauen detailliert dargestellt. Weitere Informationen auch für andere Schweine haltende Betriebe sind im Internet unter www.laves.niedersachsen.de --> Tierschutz --> Tierhaltung --> Tierschutzauflagen für Schweine haltende Betriebe oder über den Fachdienst 39 (Veterinärwesen und Verbraucherschutz) des Landkreises Lüchow-Dannenberg bzw. die Landwirtschaftsverbände erhältlich.

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