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„Landschaft, Besiedlung und Siedlung“ - archäologische Neuerscheinung in der Schriftenreihe des Heimatkundlichen Arbeitskreises Lüchow-Dannenberg

Landschaft, Siedlung und Besiedlung - BuchcoverDer kürzlich erschienene 20. Band der Schriftenreihe des Heimatkundlichen Arbeitskreises Lüchow-Dannenberg spiegelt die Tätigkeit von Karl-Heinz Willrot, dem langjährigen Direktor des Seminars für Ur-und Frühgeschichte der Universität Göttingen, wider: seine Tätigkeit als Hochschullehrer und sein Wirken als Promotor der archäologischen Forschung in Deutschland.

Der erste Teil des von Immo Heske, Hans-Jörg Nüsse und Jens Schneeweiß herausgegebenen Bandes vereint Beiträge zum Thema Siedlungs- und Landschaftsarchäologie aus unterschiedlichen ur- und frühgeschichtlichen Epochen und Siedlungsräumen. Einen wichtigen Schwerpunkt bilden dabei das Gebiet der Lüneburger Heide und das Wendland, wo sich zahlreiche Forschungen insbesondere der letzten zwei Jahrzehnte konzentrierten. Im Einzelnen geht es um die Ausgrabungen in Kapern, Vietze, Hitzacker, Marwedel, Gledeberg und Güstritz. Von den insgesamt 50 Aufsätzen seien stellvertretend einige Beiträge zur slawischen Siedlungsphase im Wendland hervorgehoben: Katharina Möller schließt mit ihrem Beitrag über das „Siedlungsumfeld des Gräberfeldes von Güstritz“, an ihren in Band 16/17 der HALD-Reihe „Hannoversches Wendland“ veröffentlichten Vorbericht über diese bedeutende slawische Nekropole an, Dirk Feiner berichtet über „Neues von der slawischen Siedlung am Hitzacker-See“ und Felix Biermann und Bettina Jungklaus über „Totenfeuer und andere Brandriten in spätslawischen Körpergräbern.“

Auch in dem „Kulturtransfer und Sozialgeschichte“ betitelten zweiten Teil des Bandes gibt es wichtige Bezüge zu dem Raum zwischen Elbe und Jeetzel. Von besonderer Bedeutung ist hier der Beitrag von Stefan Brather über „‚Slawische’ und ‚deutsche’ Keramik im 12./13. Jahrhundert“, der vor allem für die Rundlingsforschung neue Erkenntnisse bietet. Indem Brather zeigt, dass seit dem 13. Jahrhundert nicht mehr von einer ethnisch gebundenen Keramikproduktion gesprochen werden kann, wird die Zuweisung der sog. „grauen Irdenware“ zu einer „deutschen“ und nicht slawischen Bevölkerung der Rundlinge fragwürdig. Für die Verwendung einer bestimmten Keramikform wurden vielmehr wirtschaftliche, „praktische“ und ästhetische Gesichtspunkte bedeutsam.

Der Band hat 528 Seiten, zahlreiche, auch farbige Abbildungen, ist in Leinen gebunden und kostet 49,80 €. Für Mitglieder des Heimatkundlichen Arbeitskreises beträgt der Preis 35,- €. Der Band ist nur über den HALD zu beziehen: Tel.: 05843 – 429, E-Mail: info@hak-ld.de.

 

 

 

 

 

 

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