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Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Umbettung von 13 Kriegstoten im Jahr 2012“

Nach der Umbettung von 13 Kriegstoten im Jahr 2012 hat sich auf Beschluss des Gemeinderates Gartow eine Arbeitsgruppe gebildet, welche sich in diesem Jahr vier Mal getroffen hat, um zu beraten, wie zukünftig mit dem Ort „Ehrenhain“ umgegangen werden kann.

Diese Arbeitsgruppe hat sich sehr durchmischt mit vielen Personen zusammengesetzt, so beispielsweise von Politikern und interessierten Bürgern, von der Kirche und dem Realverband, von der Schützengilde und der Feuerwehr, von der Bundeswehr und der Anti-Milli-Wendland. Die Arbeitsatmosphäre war von einem respektvollem Umgang miteinander und einer offenen Diskussion mit jeweils mehrheitlichen Empfehlungen geprägt.

Die Arbeitsgruppe hat folgende Vorschläge erarbeitet und immer mehrheitlich dem Gemeinderat empfohlen. Zum größten Teil ist der Gemeinderat Gartow dieser Empfehlung gefolgt.

Die Namensgebung wurde geändert. Der zuvor genannte Ehrenhain heißt nunmehr „Kriegsgräber- und Gedenkstätte/ Alter Friedhof“. Mit der Namensgebung wird dieser Ort als Lernort verstanden. Der Hinweis des alten Friedhofs erinnert daran, dass von 1814 bis 1878 hier der Gartower Friedhof mal angesiedelt war. Deshalb wurde vermutlich auch dieser Ort, an welchem sich mal ein kirchlicher Begräbnisplatz befand, 1944 als Heldenfriedhof eingeweiht und 1949 als Ehrenhain durch den Volksbund gewidmet. An diesem Lernort gibt es viele unterschiedliche Stationen:

Einmal den alten Friedhof im südlichen Bereich, der zum größten Teil durch die Natur wieder eingenommen worden ist; den Gedenkstein mit den Toten des 1. Weltkrieges, welcher 2003 vom Kirchplatz Gartow hierher umgesetzt worden ist; die Gedenktafeln des 2. Weltkrieges; dem Stein, der den Toten im Osten gewidmet ist; den 52 Kriegsgräbern mit den Steinkreuzen sowie den 13 Kriegstoten, welche hierher im Jahr 2012 umgebettet worden sind.

Weiterhin wurde der Straßenname geändert. Von der Bezeichnung „Am Ehrenhain“ zum „Am alten Friedhof“.

Das vorherige Holzkreuz hatte auf der Rückseite einen Spruch aus Zeiten des Nationalsozialismus. Noch im Diskussionsprozess, wo man sich in der Arbeitsgruppe mit dem zukünftigen Umgang mit dem Holzkreuz auseinandersetzt hat, wurde dieses Holzkreuz von unbekannten Tätern zerstört. Mit dieser Zerstörung wurde die Arbeit des Diskussionsprozesses herabwürdigt und einfach neue Fakten geschaffen. Die Gemeinde Gartow hat sich dann dafür entschieden, ein neues Holzkreuz in gleicher Bauweise aufstellen zu lassen, aber zukünftig ohne eine Beschriftung und ohne eingearbeitete Symbole. Das Eichenholz kommt aus dem Gräflichen Wald und soll nunmehr als christliches Symbol trösten und Frieden über den Gräbern ausstrahlen. Das zerstörte Holzkreuz wird als Dauerleihgabe dem Museum in Wustrow zur Verfügung gestellt. Weiterhin wurde in diesem Jahr nur noch ein gemeinsamer Kranz von der Gemeinde Gartow, der Freiwilligen Feuerwehr Gartow und der Schützengilde Gartow niedergelegt.

Im kommenden Jahr sollen noch eine Übersichtstafeln sowie wahrscheinlich 2 Informationstafeln erstellt werden, welche exemplarisch Biografien von 2 Kriegstoten darstellen.

Letztlich wird eine Dokumentation ausgearbeitet werden, welche sich mit allen geschichtlichen Hintergründen der Entstehung und Weiterentwicklung dieses Lernortes auseinandersetzt. Eine Fertigstellung wird allerdings mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Eine Zusammenfassung soll nach Möglichkeit in der Gartower Chronik dargestellt werden.

Christian Järnecke, Gemeindedirektor

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