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Den Wandel gestalten - Statuskonferenz „Regiobranding“ in Hamburg

Hamburg. Vielfältige Aktivitäten, ein intensiver Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sowie kreative Ideen für eine zukunftsfähige Entwicklung ländlicher Räume wurden am Donnerstag bei der Statuskonferenz des Forschungsprojektes „Regiobranding“ in Hamburg präsentiert.

Welche Erwartungen verknüpfen die beteiligten Landkreise und Praxispartner mit dem Forschungsprojekt „Regiobranding“? Gemeinsam stellten sich VertreterInnen der „Fokusregion Griese Gegend – Elbe – Wendland“ und Mitglieder des Wissenschaftler-Teams den Fragen des Publikums, von links: Burkhard Thees (Amt Dömitz-Malliß), Joachim Müller (Landkreis Ludwigslust-Parchim), Dagmar Schulz (Landkreis Lüchow-Dannenberg), Fabian Wenger und Linda Lange (Leibniz Universität Hannover) und Birgit Böhm (mensch und region). Foto: Angelika Blank. Initiiert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit dem Ziel, modellhaft in drei Fokusregionen die Identifikation mit der Kulturlandschaft bei den dort lebenden Menschen zu intensivieren, sie lebendig zu erhalten und „In-Wert“ zu setzen. Eine der Fokusregionen ist die „Griese Gegend-Elbe-Wendland“.

„Das Forschungsprojekt unter Leitung von Dr. Daniela Kempa von der Leibniz Universität Hannover ist eine hervorragende Chance, gemeinsam mit der Griesen Gegend vorhandene Initiativen weiter zu entwickeln und neue Projekte für die kreative Gestaltung des anstehenden Wandlungsprozesses zu gestalten,“ so Dagmar Schulz, federführend für den Landkreis Lüchow-Dannenberg aktiv im Forschungsprojekt „Regiobranding“. Schulz stellte auf der Statuskonferenz die Fokusregion „Griese Gegend – Elbe – Wendland“ gemeinsam mit ihrem Kollegen Joachim Müller aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim vor.

Bei dem Vortrag der beiden Lokalvertreter wurde deutlich, warum es Sinn macht, dass ausgerechnet die beiden bisher völlig getrennt voneinander agierenden Landkreise Lüchow-Dannenberg und Ludwigslust-Parchim im Regiobranding-Prozess als „Fokusregion“ gemeinsam wissenschaftlich unter die Lupe genommen werden und zusammenarbeiten. „In beiden Regionen gibt es viele ähnliche Themen, die gemeinsam besser bearbeitet werden können“ betonten Müller und Schulz. Ob demographischer Wandel, die Lage als Grenzregion, das mangelhafte Verkehrsnetz, aber auch hochklassige Landschaftswerte, kulturelle Eigenheiten und regionale Produkte – es gibt viele Themen, die die beiden Nachbarregionen verbinden.

„Regiobranding kann hier zum Impulsgeber werden, mit der Nachbarregion neue Ideen und Projekte zu entwickeln, die die Identifikation mit der Region und ihrer Kulturlandschaft stärken und somit helfen, das Außenbild der Region zu verbessern“ lobte nicht nur Dagmar Schulz das Forschungsprojekt.

Grundlage der praktischen Arbeit sind wissenschaftliche Arbeiten des Instituts für Umweltplanung, des Instituts für Entwerfen und Städtebau und des Geodätischen Institits der Leibniz-Universität Hannover, des Archäologischen Instituts der Universität Hamburg, des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung sowie des Büros für nachhaltige Prozess- und Regionalentwicklung „Mensch und Region“. In diesem Rahmen fand vergangenes Jahr zum Beispiel eine Haushaltsbefragung in beiden Regionen statt. Ein wichtiges Ergebnis war dabei, dass die landschaftliche Schönheit sowie die gesunde Umgebung einen höheren Stellenwert bei der lokalen Bevölkerung haben als kulturelle Angebote oder Tradition und Brauchtum. Dies spiegele sich auch im Freizeitverhalten wider, welches sich hauptsächlich in der Region oder in der näheren Umgebung abspiele. Die Lebensqualität wird von den Einwohnern beider Gegenden weitestgehend als hervorragend angesehen. Das ehrenamtliche Engagement in der Fokusregion ist überdurchschnittlich stark, auch dies ist ein Ergebnis der Haushaltsumfrage.

Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschungfinanzierten Programm „Regiobranding“ sollen modellhafte Projekte für die Gestaltung ländlicher Raume sowie neue Modelle für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis entwickelt werden. Das Herausarbeiten der Bedeutung von Kulturlandschaften für die Außenwirkung der Region ist dabei ein besonderes Anliegen. Ein Regionalforum in der zweiten Jahreshälfte soll der Auftakt für die Entwicklung eines gemeinsamen Modellprojektes sein. In diesem Zusammenhang ist eine enge Einbindung lokaler Akteure geplant und gewünscht.

 

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