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Wendland Barristas anno dazumal

Trommelröste aus dem 19. Jahrhundert – das Prinzip wird heute noch großtechnisch angewendet. Foto: Klaus MayhackIn der Reihe „Exponat des Monats“ stellt das Rundlingsmuseum Wendland in Lübeln ab Samstag, den 18. Juli 2020 eine sogenannte Kaffeeröste vor, genaugenommen sogar drei verschiedene Modelle davon.

Kaffee war für die alten Wendländer eine wichtige Sache, scheinbar insbesondere für die Frauen. So beklagte der Heimatforscher Karl Hennings 1862: „Kaffe und immer wieder Kaffe ist das Losungswort der wendischen Weiber, ihm gehört ihre abgöttische Verehrung, und in Form einer Kaffeemühle thront ihr oberster Götze auf dem Hausaltar, und gibt durch sein Knarren und Kreischen zu erkennen, daß das Opfer bereitet wird“.

Es war damals selbstverständlich, dass der Kaffee vor dem Genuss auch zuhause geröstet wurde, nämlich mit den ausgestellten Kaffeerösten oder „Kaffeebrennern“. Was heute also als cooles Röster- und Barrista-Business die hippen Locations der Großstädte erobert, ist bei uns im Wendland alte Bauerngeschichte. „Nächstes Jahr am Internationalen Museumstag“, so Museumsleiter Uwe Hils, „wollen wir den Besuchern eine Kaffeeverkostung à

la 1860 anbieten, schön verschnitten mit Roggen und Zichorie, wie damals auch.“ Dies natürlich in der Hoffnung, dass das Corona-Geschehen das auch zulässt. „Vermutlich ist so ein Kaffee für den heutigen Geschmack waffenscheinpflichtig“, schwant Hils. „Aber das sehen wir dann.“

Die Reihe „Exponat des Monats“ stellt immer ein bestimmtes Objekt in den Mittelpunkt und erzählt seine Geschichte - manchmal unscheinbar, manchmal lustig, manchmal groß, manchmal klein – in jedem Fall aber spannend und lehrreich und immer mit Blick auf die wendländische bäuerliche Geschichte.

Das Rundlingsmuseum Wendland in Lübeln ist eins von dreizehn Museen im Wendland und Mitglied im Museumsverbund Lüchow-Dannenberg e. V.: www.museen-wendland.de.

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