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Pille, Spirale & Co: Verhütung soll keine Kostenfrage sein

Familien und vor allem Frauen mit geringem Einkommen bei der Familienplanung zu unterstützen, das ist das Ziel des „Härtefallfonds Verhütung“, den der Kreistag des Landkreises Lüchow-Dannenberg auf Antrag von Bündnis90/Die Grünen kürzlich auf den Weg gebracht hat. Insgesamt stellt der Landkreis für diesen Fonds in diesem Jahr 10.000 Euro bereit.

Frauen, die beispielsweise Sozialhilfe beziehen, können auf Antrag einen Zuschuss für Verhütungsmittel bekommen. Die Mittel gibt der Landkreis, die Antragstellung läuft über die Beratungsstellen für Schwangerschaft. Ansprechpartnerinnen sind Stephanie Ehrhardt vom Landkreis, Julia Daumann von der Diakonie und Monika Marx vom Paritätischen Wohlfahrtsverband (v. l.). Foto: Jenny RaederDie Krankenkassen erstatten Frauen nur bis zum vollendeten 22. Lebensjahr die Kosten für Verhütungsmittel, danach müssen diese Kosten selbst getragen werden. Frauen, die beispielsweise Sozialhilfe oder Grundsicherung beziehen, stehen dann vor der Herausforderung, diese Ausgaben von den rund 17 Euro, die sie monatlich für Gesundheitspflege bekommen, zu bestreiten. „Dieser Betrag reicht häufig nicht aus“, weiß Stephanie Ehrhardt, Leiterin des Fachdiensts Soziales und wirtschaftliche Hilfen der Kreisverwaltung. Seit Anfang des Jahres können Frauen im Landkreis Lüchow-Dannenberg nun über das Diakonische Werk oder den Paritätischen Wohlfahrtsverband einmal im Jahr eine Kostenübernahme von 70 Prozent beantragen. Jährlich übernimmt der Landkreis Kosten in Höhe von bis zu 300 Euro. Voraussetzung für eine Antragstellung ist, dass die Frau in Lüchow-Dannenberg gemeldet ist, das 22. Lebensjahr vollendet hat und Anspruch auf Transferleistungen hat, auch Wohngeld oder Kinderzuschlag gehören dazu.

Die Frauen können sich für eine Beratung und die Antragstellung an die beiden Beratungsstellen für Schwangerschaft im Landkreis wenden. Ansprechpartnerin beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Lüchow-Dannenberg ist Monika Marx (Tel.: 05841 / 976 15 97, E-Mail: monika.marx@paritaetischer.de). Beim Diakonischen Werk ist Julia Daumann zuständig (Tel.: 05841 / 57 39, E-Mail: julia.daumann@evlka.de).

„Wir freuen uns, dass über den Härtefallfond Verhütung die finanziellen Mittel gegeben sind, um auch Frauen mit einem geringen Einkommen die Chance auf eine selbstbestimmte Familienplanung geben zu können“, sagt Stephanie Ehrhardt. Langfristig müsse aus Sicht der Kreisverwaltung aber eine bundeseinheitliche Regelung angestrebt werden. „Daher setzt sich der Landkreis gemeinsam mit anderen Kommunen für eine bundesgesetzliche Regelung zur Sicherstellung der verlässlichen Familienplanung für Menschen mit geringen Einkommen ein.“

Für die Kostenübernahme sind folgende Unterlagen einzureichen: ein Antrag auf Kostenübernahme für Verhütungsmittel und eine Datenschutzerklärung (entsprechende Vordrucke sind in den Beratungsstellen und beim Landkreis erhältlich), der Bescheid über die Transferleistungen, ein Ausweisdokument und eine Schweigepflichtsentbindung für die Absprache zwischen der Gynäkologin oder dem Gynäkologen und der Beratungsstelle.

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