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Gemeinsam für die Bahnstrecke Dannenberg – Salzwedel (24.05.2023)
Landkreis Lüchow-Dannenberg (PM 085/2023)

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg setzt sich gemeinschaftlich mit der Samtgemeinde Lüchow (Wendland) für die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Dannenberg und Salzwedel beim Land Niedersachsen ein. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs der Landesregierung hat Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies vor einem Monat an die Kommunen appelliert, mögliche Strecken für eine Bahnreaktivierung zu nennen. „Der Landkreis und die Samtgemeinden arbeiten seit anderthalb Jahren gemeinsam an einem kommunalen Mobilitätsmanagement“, erläutert Landrätin Dagmar Schulz. In den kommenden Jahren werden sich die Anforderungen an eine moderne Mobilität erheblich wandeln. „Um uns in dieser Hinsicht zukunftssicher aufzustellen, müssen wir die überregionale Anschlussfähigkeit herstellen und uns auch im Kleinen, auf Kreisebene, bewegen. Dafür sind eine ganze Reihe von planerischen und infrastrukturellen Entscheidungen treffen und umsetzen.“

Für den Ideenwettbewerb des Verkehrsministeriums hat der Fachdienst Klimaschutz und Mobilität des Landkreises auch neue Aspekte für die Bahnstrecke erarbeitet. Etwa neue Haltepunkte in Dannenberg, um die Innenstadt und das Krankenhaus besser an die Bahn anzubinden, in Lüchow (Nord) soll das Gewerbegebiet angebunden werden. Auch für touristische Verkehre kann mit der Reaktivierung der Bahnstrecke eine klimafreundliche Alternative geschaffen werden.

„Das wäre ein wichtiger Baustein für eine Verkehrswende im Landkreis Lüchow-Dannenberg“, so Lüchows Samtgemeindebürgermeister Sascha Liwke. Vor allem die Samtgemeinde Lüchow (Wendland) könne von einem Bahnanschluss profitieren. „Es wird allerhöchste Zeit, dass die Kreisstadt Lüchow als Mittelzentrum endlich an das Schienennetz angebunden wird. Aber auch für die Stadt Wustrow und die Anbindung an die Altmark, wäre dies mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung historisch und zukünftig wichtiger Beziehungen.“

Schon vor dem Ideenwettbewerb der Landesregierung hat sich die Kommunalpolitik im Landkreis Lüchow-Dannenberg intensiv mit der Reaktivierung der Bahnstrecke beschäftigt. Bereits im Dezember 2022 votierte der Kreistag für eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Bahnstrecke. Und die LAG Elbtalaue beschloss Anfang Mai, für das Projekt „Machbarkeitsstudie „Reaktivierung der Jeetze(l)talbahn Dannenberg – Salzwedel“ LEADER-Mittel in Höhe von 78.000 Euro bei einer Förderquote von 70 % bereitzustellen.

„Ich finde es wichtig, dass wir mit der Machbarkeitsstudie auch technisch in die Zukunft schauen. Dabei sollte auch untersucht werden, ob autonomes Fahren im Schienenverkehr eine Möglichkeit sein könnte, um die Strecke der Jeetze(l)talbahn zu reaktivieren“, regt Mareike Harlfinger-Düpow, Fachdienstleiterin für Klimaschutz und Mobilität an. Auf den Abschnitten Dannenberg – Lüchow und weiter bis Wustrow sind noch Schienen vorhanden und weiter Richtung Salzwedel gibt es noch den Trassenverlauf. Ob das Land die vorgeschlagene Strecke als reaktivierungsfähig einstuft, bleibt abzuwarten.

 

Kommentare zum Inhalt
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Gunnar Renckhoff schrieb am 26.10.2023 um 01:32 Uhr:
Daß diese Streckenlücke nicht direkt nach dem Anschlusse der DDR an die BRD wieder geschlossen wurde, ist eines der großen Versäumnisse jener Zeit! Es ist nunmal eine Tatsache, daß der überbordende private Kraftverkehr eine Sackgasse ist, was sich schon seit Jahrzehnten abzeichnet! Von den explodierten Kosten desselben will ich gar nicht erst anfangen! Einzige sinnvolle Alternative ist die Eisenbahn! Es geht ja auch nicht nur um Dannenberg, Lüchow und Salzwedel, sondern auch um das Davor und Danach! Diese Bahnstrecke kommt nicht erst aus Dannenberg, sondern sie kommt über Lüneburg aus Hamburg, und sie endet auch nicht in Salzwedel, sondern führt weiter nach Gardelegen, wo sie sich aufteilt in die Richtungen Halberstadt und Magdeburg! Unser Landkreis hätte damit endlich wieder Anschluß an den großen Bahnverkehr in der Mitte des ganzen Landes! Angesichts dessen sollte sogar in Erwägung gezogen werden, diese gesamte Strecke direkt zweigleisig aus zu bauen! Meines Erachtens sollte diesem Projekte ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden!
Thäle schrieb am 07.06.2023 um 11:14 Uhr:
Ich wäre ein absoluter Befürworter solcher Planungen, sofern Sie denn auch finanziell und strukturell umsetzbar sind und nicht durch Blockierhaltungen gestört werden. Ich kann mich noch gut an fahrende Züge von Lüchow nach Dannenberg oder auch nach Lübbow (man glaubt es kaum, aber das war 1969) erinnern. Sicher ist eine Reaktivierung bis nach Wustrow oder weiter darüber hinaus eher unrealistisch, weil schlichtweg nicht machbar (Baugebiete). Aber wenn zumindest Lüchow wieder Anschluss an das Schienennetz und den Rest der Welt erfahren würde, wäre das schön.
Landkreis schrieb am 30.05.2023 um 08:27 Uhr:
Hallo Christian Böhnsch, vielen Dank für den Hinweis. Genau solche Aspekte sollen in der Machbarkeitsstudie erfasst und bewertet werden.
Christian Böhnsch schrieb am 29.05.2023 um 12:30 Uhr:
Hallo liebe Leute, ist euch eigentlich bewusst, 1. dass der alte Trassenverlauf in Wustrow Richtung Teplingen mitten durch das Wohngebiet Flachskuhle verläuft? und 2. dass das Flurstück Gemarkung Wustrow Flur 6 Flurstück 26/246 auf Antrag des Eisenbahnbundesamtes von Bahnbetriebszwecken freigestellt wurde (Bescheid vom 02.09.2020)?
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