Straßen verbinden! Der Kreisstraßendienst im Landkreis Lüchow-Dannenberg - Auto, Verkehr und ÖPNV - Lüchow-Dannenberg

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Straßen verbinden! Der Kreisstraßendienst im Landkreis Lüchow-Dannenberg

Straßenunterhaltung  und Straßenbau als Maßnahmen der Daseinsvorsorge

Seit dem 01. Oktober 1979 ist der Landkreis Lüchow - Dannenberg auch für die technische Betreuung der Kreisstraßen zuständig. So wurde mit diesem Tag auch von der  Begrifflichkeit die Kreisstraßenmeisterei ins Leben gerufen.

Nach dem Straßenrecht werden Straßen klassifiziert. Wir unterscheiden danach Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie Gemeinde- und Sonstige Straßen. Das hat Auswirkungen auf die Zuständigkeiten, auch "Baulast" genannt. Sind Bund und Land für den Bau und die Unterhaltung von Bundes- bzw. Landesstraßen zuständig, sind die Kreise und die  Gemeinden für den Bau und die Unterhaltung von Kreis- und Gemeindestraßen  zuständig.

Wie alles begann... und wie es weiter gehen könnte...

{FOTO Kreisstraße 5: Praktizierte Deutsche Einheit - Ausbau der Kreisstraße 5 zwischen Großwietzeetze und der Landesgrenze Richtung Mechau/Sachsen Anhalt}

Die technische Betreuung der Kreisstraßen vor der Übernahme durch den Landkreis  Lüchow - Dannenberg wurde durch das Straßenbauamt Lüneburg mit seinen drei Außenstellen in Lüchow, Dannenberg und Clenze wahrgenommen. Das seinerzeit übernommene Straßennetz hatte eine Gesamtlänge von etwa 300 km und war gegenüber den Bundesstraßen und den Landesstraßen  in einem recht reparaturbedürftigen Zustand. Etwa nur die Hälfte der Netzlänge hatte die für Kreisstraßen  standardisierte Breite von 5,50 m, die weiteren Netzlängen hatten Breiten von 3,50 m bis 4,50 m, mit einem ungebunden befestigten Ausweichstreifen, der jeweils erheblichen  Instandsetzungbedarf nach sich zog.

Anhand der Schichtenfolge des Straßenaufbaues ist bei klassifizierten Straßen (bei denen die Kreisstraße die unterste Kategorie darstellt) gut der geschichtliche Werdegang des Straßenbaues nachzuvollziehen. Die eigentliche Befestigung der Straßenflächen wurde ab den Jahren 1920 bis 1925 vorangetrieben. Die ersten Flächenbefestigungen bestanden aus unsortiertem Natursteinpflaster, welches vorwiegend aus Feldlesesteinen gewonnen wurde. Die Steine wurden mit dem Pflasterhammer von Hand in ein Sandbett gesetzt, es entstand so ein verhältnismäßig rundes Profil, welches von einer Reihe größerer Steine am Rand gehalten (eingespannt) wurde.  Für Straßen, auf denen derzeit  "mit höheren Belastungen" zu rechnen war, wurde anstatt  der Natursteinpflasterdecke eine Setzpacklage an Natursteinen hergestellt. Die sogenannte Packlage bestand aus etwa 20 cm bis 30 cm hohen pyramidenförmigen Steinen oder auch keilförmigen Steinen, die von Hand möglichst lückenlos auf die Unterlage aus verdichtetem Sand gestellt wurden. Nach dem "Setzen" wurden die oberen Lücken der Schicht mit wiederum keilförmigen Steinen verfüllt. Überstehende Steinspitzen wurden von Hand mit dem Steinhammer "abgeköpft", anschließend wurde die Fläche mit schweren Walzen  verdichtet.

{FOTO Setzpacklage aus den 50er Jahren}

Auf diese Weise wurde eine sehr standfeste Unterlage für die damalige "Teerstraße" oder die Betonstraße geschaffen. Betonstraßen aus der Zeit von 1935 bis etwa 1960  bestanden oft aus "Concrelith" : Da die Löhne billig waren, die Materialien aber teuer, wurden in den Beton Natursteine bis kurz unter die spätere Oberfläche hineingedrückt - Das spart Material, hat aber die gleiche Festigkeit.

Wohl dem, der eine Packlage als Untergrund für eine Straßensanierung vorzuweisen hat. - Es ist auch heute noch einer der setzungsfreiesten Unterlagen, die jemals hergestellt  wurden. Allerdings konnte man dies nur bauen als die Löhne billig waren--->  für eine Quadratmeter Packlage mußten etwa 1,5 Lohnstunden aufgewendet werden.  Die Tagesleistungen waren dementsprechend verschwindend gering. Auch unter vielen Bundesstraßen, einigen Landesstraßen und wenigen Kreisstraßen  (z.B. Spithal - Schnega) ist heute noch eine Packlage vorzufinden. Leider liegt diese bei dem früher üblichen "Reichsstraßenmaß" von 3,60 m irgendwo unter dem jetzt  breiteren Querschnittsprofil der Straße.

{FOTO Straßenraummäharbeiten}

Heute, nachdem die Kreisstraßenmeisterei bereits 29 Jahre besteht, stellt sich der Bestand wie folgt dar: Das Streckennetz ist bezüglich der Länge etwa gleich geblieben, nach Abstufung einiger Kreisstraßen zu Gemeindeverbindungsstraßen und Aufstufung einiger Gemeindeverbindungs- bzw. Gemeindestraßen zu Kreisstraßen beträgt die Netzlänge zur Zeit etwa 302 km zuzüglich einer Radwegelänge von ca. 52 km. Von vormals 30 Kreisstraßenwärtern 1990 sind aufgrund geänderter Arbeitskonzepte noch 21 Wärter verblieben, die in drei Kolonnen und einen Streckenwart aufgeteilt sind. Verwaltungsseitig wird die Kreisstraßenmeisterei durch einen Dipl.-Ing. als technischen Leiter, einem Verwaltungssachbearbeiter und einem technischen Mitarbeiter ergänzt.  -"Die Arbeit des Straßenwärters ist wie die Arbeit der Hausfrau"- zitierte mal ein längst pensionierter Straßenmeister des Landes. "Erst wenn er nicht mehr da ist, sieht man, was er überhaupt gemacht hat". Das Arbeitsgebiet der Straßenwärter erstreckt sich über ein vielseitiges Gebiet :

Hieraus nur einige Hauptarbeitsbereiche :

  • Instandsetzung der Fahrbahnflächen mit Bindemittel und Splitt  
    (Beim Landkreis Lüchow-Dannenberg etwa 1.511.000 m² Straßenfläche)
  • Mähen und Pflegen der Straßenbankette 
    (insgesamt etwa 602.000 m Bankettlänge)
  • Pflegen der Straßenbäume und des straßenbegleitenden Grüns 
    (Beim Landkreis Lüchow-Dannenberg etwa 16.500 Bäume über ca. 25 cm   Durchmesser, dazu kommen noch etwa 11.500 Bäume zwischen 10 cm  und 25 cm Durchmesser).
  • Pflege, Wartung und Instandhaltung von etwa 4.100 Verkehrszeichen 
    (Davon sind etwa 151 Ortstafeln, 183 Wegweiser, 46 Vorwegweisertafeln  ca. 3.720 verkehrsregelnde Zeichen)
  • Pflege, Wartung und Instandhaltung von Leitpfosten 
    (insgesamt etwa 12.150 Stück)
  • Instandhaltung von Brücken und großen Durchlaßbauwerken 
    (insgesamt 34 Stück)
  • Pflege, Wartung und Instandhaltung von Rohrdurchlässen und innerörtlichen  Regenwasserkanälen
    (davon ca. 115 Rohrdurchlässe verschiedener Durchmesser  zwischen 300 mm bis 1.000 mm und 22.300 m innerörtlichen Regenwasserkanäle)
  • Winterdienst im gesamten Streckennetz und einem großen Teil der Radwege

{FOTO Kreisstraße 26: Zeitgemäßer und schonender Straßenbau in Abstimmung mit dem Naturschutz. Beim Ausbau der Kreisstraße 26 zwischen Proitze und Billerbeck wurde die neue Fahrbahn um die vorhandene Lindenallee herumgeführt. Die alte Fahrbahn, die durch die Allee verlief, wurde wieder aufgenommen.}

Durch die Weiterentwicklung des Maschinen- und Geräteparks der Kreisstraßenmeisterei  sind die Wartungsarbeiten in den letzten Jahren immer wirtschaftlicher geworden. Zum Beispiel sind durch den Einsatz von großen 5.000 Liter Servicetanks die Instandsetzungsarbeiten mit Bindemittel und Splitt gegenüber der früher verwendeten Faßware in der Leistungsmenge und Ergebnisqualität um etwa 60 % verbessert. Durch den Einsatz von polymermodifiziertem Bitumen in Verbindung mit entstaubtem Splitt wurden die Materialaufwendungen pro m² bei gleichem  Qualitätsstandard um etwa 25 % reduziert.

Der Einsatz einer modernen Mähkombination erbringt gegenüber dem früher genutzten Gerät einen Leistungsvorteil von etwa 20 % und zusätzliche Einsparung von Recourcen. Mittlerweile ist ein Standard erreicht, den es lohnt zu halten. Weitere Verbesserungen  der Leistungsmengen sind aus derzeitiger heutiger Sicht nur mit Qualitätsminderungen zu vereinbaren. Vielleicht wird die Gerätetechnik der Zukunft weitere Neuerungen bringen, ob dies zum Vorteil aller ist, entscheiden wir später.

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