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Häufig gestellte Fragen zur Neuen Grippe (Schweinegrippe)

Häufig gestellte Fragen zur Neuen Grippe (Schweinegrippe)
-Pressemitteilung-

Dr. med. Gerhard Wermes ist leitender Amtsarzt des gemeinsamen Gesundheitsamtes der Landkreise Lüchow-Dannenberg und Uelzen. Er beantwortet häufig gestellte Fragen zur Neuen Influenza (Schweinegrippe).

Neue Influenza: Was ist das?

Dr. Wermes: Neue Influenza, auch Schweinegrippe oder Neue Grippe genannt, wird durch dasInfluenzavirus A/H1N1 ausgelöst. Es handelt sich dabei um eine neue Variante eines bekannten Grippeerregers. Das Virus überträgt sich sehr gut von Mensch zu Mensch. Die meisten Menschen haben noch keine spezifischen Abwehrkräfte gegen das neue Virus entwickelt. Weltweit stecken sich sehr viele Personen an und erkranken. Man spricht daher von einer Pandemie.

Wie gefährlich ist die Neue Influenza?

Dr. Wermes: Die Krankheit verläuft bislang relativ mild, aber es gibt auch schwere Verläufe und Todesfälle. Mit steigenden Erkrankungszahlen erhöht sich auch in Deutschland die Wahrscheinlichkeit schwerer Verläufe. Ferner kann sich die krankmachende Wirkung des Virus durch Veränderungen im Erbgut verstärken.

Wie erkennt man die Neue Influenza?

Dr. Wermes: Die Krankheitszeichen der Neuen Influenza ähneln denen einer saisonalen Grippe, die in jedem Winter auch in Deutschland vorkommt: Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit. Auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können auftreten.

Wie kann ich mich anstecken?

Dr. Wermes: Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion. Das heißt, die Viren werden beim Husten, Niesen oder Küssen übertragen. Tröpfchen mit Viren bleiben aber auch auf Oberflächen wie Türklinken haften und gelangen von dort über die Hände auf die Schleimhaut von Mund, Nase oder Augen.

Es ist davon auszugehen, dass Erkrankte eine Woche lang Viren ausscheiden und damit andere anstecken können. Manche Personen, die an der Neuen Influenza erkranken, scheiden bereits Viren einen Tag vor Auftreten von Krankheitszeichen aus.

Wer gehört zu den Risikogruppen?

Dr. Wermes: Besonders hoch ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes vor allem bei Menschen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Asthma, Diabetes), Menschen mit geschwächten Immunsystem sowie bei Schwangeren.

Was tun im Krankheitsfall?

Dr. Wermes: Wenn Sie den Verdacht haben, an Neuer Influenza krank zu sein, sollten Sie folgende Verhaltensregeln beachten:

  1. Bleiben Sie zu Hause, um möglichst keine anderen Menschen anzustecken. Das gilt besonders dann, wenn Sie in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen arbeiten oder schwer kranke oder immungeschwächte Menschen in Alten- und Pflegeheimen oder in Krankenhäusern betreuen.
  2. Rufen Sie Ihren Arzt / Ihre Ärztin an. informieren Sie ihn/sie über Ihre Krankheitszeichen und vereinbaren das weitere Vorgehen.
  3. Vermeiden Sie engen Kontakt mit anderen Menschen auf dem Weg in die Praxis.

Was können Sie tun, um sich und andere zu schützen?

Dr. Wermes: Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie das Risiko einer Ansteckung verringern:

  1. Hände mehrmals täglich waschen und vom Gesicht fernhalten.
  2. Richtig niesen und husten, das heißt mit Abstand zu anderen Personen und in die Ellenbeuge oder in ein Einmaltaschentuch, nicht in die Hand niesen.
  3. Auf erste Krankheitszeichen achten.
  4. Bei Krankheit zu Hause bleiben.
  5. Sich Zeit nehmen und die Krankheit auskurieren.
  6. Im Krankheitsfall auf Körperkontakt wie Küssen, Umarmen usw. verzichten.
  7. Geschlossene Räume regelmäßig lüften, um die Zahl der Viren in der Luft zu verringern.
  8. Oberflächen im Haushalt regelmäßig reinigen.

Wie ist das Gesundheitsamt auf die Neue Influenza vorbereitet?

Dr. Wermes: Das Gesundheitsamt bereitet sich seit Jahren auf eine Influenzapandemie vor und hat entsprechende Pläne und Handlungsempfehlungen entwickelt. Eine Schutzmaßnahme für die Bevölkerung ist die Impfung gegen die Neue Influenza.

Bei einer Pandemie müssen die medizinische Versorgung und die öffentliche Sicherheit aufrechterhalten und es muss die Krankheitslast in der Bevölkerung gesenkt werden. Deshalb wird vor allem den Personen vorrangig eine Impfung angeboten, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben oder aus beruflichen Gründen engen Kontakt zu besonders gefährdeten Personen haben. Diese Personen haben die Möglichkeit sich bei den Hausärzten impfen zu lassen. Die Impfung ist freiwillig und kostenlos. Für das medizinische Personal bieten die Betriebsmediziner zusätzliche Impftermine an. Ehrenamtliche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr werden im Pandemiefall die Ordnungsbehörden unterstützen. Sie haben die Möglichkeit, sich im Gesundheitsamt in Lüchow und in Uelzen impfen zu lassen.

Wie kann die Neue Influenza behandelt werden?

Dr. Wermes: Zur Therapie der Neuen Influenza stehen Arzneimittel zur Verfügung. Die Länder und die Bundesregierung haben einen Vorrat an antiviralen Arzneimitteln angelegt. Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig und werden bei Bedarf vom Hausarzt verordnet.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie:

  1. im Internet auf den Seiten www.wir-gegen-viren.de,
  2. beim Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit (Tel.: 030-346465100)
  3. beim Gesundheitsamt in den Dienststellen Lüchow (Tel.: 05841-120481) und Uelzen (Tel.: 0581-82462).
  4. beim Beratungsservice der Kassenärzte Tel.: 04131-676200.

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