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Regiobranding - Branding von Stadt-Land-Regionen durch Kulturlandschaftscharakteristika

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg und ein Teil des Landkreises Ludwigslust-Parchim bilden zusammen eine von insgesamt drei Fokusregionen in der Metropolregion Hamburg, die von 2014 bis 2019 Gegenstand eines Bundesforschungsprojekts zum Thema "Regiobranding" sind.

Vierständer-Hallenhäuser im Rundling Güstritz. Foto: Jenny RaederDas Projekt untersucht, wie Kulturlandschaften und ihre Qualitäten herausgestellt und kommuniziert werden können, um sie für das Image und Selbstverständnis von ländlichen Regionen einzusetzen. Denn: Kulturlandschaften tragen zur Lebensqualität einer Region bei, z. B. durch die Attrakivität einer Landschaft für Erholung und Freizeitaktivitäten, Orte für Natur- und Geschichtserlebnisse oder durch Umweltqualitäten wie saubere Luft und sauberes Wasser. 

Die Potenziale, die Landschaften für die Bildung von regionaler Identität haben, werden jedoch noch nicht hinreichend ausgeschöpft - so eine der Thesen des Forschungsvorhabens, das vom Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover geleitet wird.

Nach dem offiziellen Auftakt des Projekts im Februar 2015 in Hamburg fand am 4. Juni 2015 die regionale Auftaktveranstaltung des Projekts in der Festung Dömitz statt.

Ausgewählte Ergebnisse stellten die WissenschaftlerInnen am 21. Februar 2017 in Dannenberg erstmals öffentlich vor. Sieben Arbeitspapiere fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

 

Was sind die nächsten Schritte? (Stand: 13. Febr. 2018)

Umsetzung des Modellprojekts startet

Das Gemeinschaftprojekt geht in die nächste Runde – und wir würden uns freuen, wenn Sie Zeit und Lust haben, aktiv dabei mitzuwirken! Geplant ist, das Wissen über die Region auf einer gemeinsamen interaktiven Online-Plattform zusammenzutragen, von Menschen, die in der Region leben und die ihr Wissen mit anderen teilen möchten.

Im Laufe dieses Jahres wird das Internet-Portal mit Geschichten und Fotos, Interviews und Kurzvideos gefüllt. Gemeinsam wollen wir zeigen, was unsere Region auszeichnet und lebenswert macht: Kulturgeschichte, Märchen und Sagen, Natur und charakteristische Kulturlandschaften, die von den Menschen seit Jahrhunderten genutzt und geprägt wurden.

Das Modellprojekt bietet den teilnehmenden Aktiven im Frühjahr und Sommer 2018 vier Kreativ-Werkstätten zur Vernetzung und Fortbildung an. Bis zum Herbst wird das Online-Portal von allen Aktiven mit Inhalten gefüllt und auf einer Abschlussveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Workshop-Programm umfasst Storytelling und kreatives Schreiben für Online-Portale, Medienproduktion (Interviews, Kurzvideos) und grafische Visualisierung. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln Medienexperten und Grafik-Designer ein Bild unserer Region: Was prägt unsere kulturelle Identität? Wie können wir anderen darüber erzählen? Welches Wissen möchten wir an jüngere Generationen weitergeben?

Der Auftaktworkshop findet am Donnerstag, dem 8. März 2018 von 14 bis 19 Uhr statt (der Ort wird noch bekanntgegeben). Nähere Infos und eine Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter Tel.: 03871 / 722 60 12, E-Mail: regiobranding@kreis-lup.de.

Was ist Regiobranding?

Beim sogenannten Branding handelt es sich um die Entwicklung von Alleinstellungsmerkmalen im Wettbewerb von Produkten, Marken und Orten. Dabei werden spezielle Qualitäten herausgestellt.

Mit Regiobranding soll eine Grundlage geschaffen werden, die Identifikation der Bürger mit der Region und ihrer Kulturlandschaft zu intensivieren und zu festigen. Ziel ist, das Engagement für die Erhaltung der Landschaftsqualitäten zu steigern und damit das Außenbild der Region attraktiver zu machen.

Regiobranding ist dabei mehr als herkömmliches Marketing. Branding von Regionen bezieht nicht nur physische Aspekte der Landschaft ein, sondern auch ökonomische, soziale und kulturelle Qualitäten. Auf diese Weise trägt Branding dazu bei, dass die Regionen neue Entwicklungswege und organisatorische Änderungen vollziehen und damit eine regionale Identität aufbauen können. Bisher ist jedoch wenig erforscht, wie Landschaftsqualitäten systematisch und glaubwürdig für ein Branding eingesetzt werden können.

 

Regiobranding: das Projektziel und das Untersuchungsgebiet

Das Projektziel

Es soll erprobt werden, wie die Identität der Landschaft in den Köpfen der Bürger und im Außenbild einer Stadt-Land-Region verankert und lebendig gehalten werden kann.

In einer Arbeitsgruppe aus Wissenschaftlern und Praxispartnern werden die unterschiedlichen Kulturlandschaften der Untersuchungsregion und ihre Qualitäten herausgearbeitet, um daraus innovative Ideen unter einem bestimmten Label abzuleiten. Die modellhafte Umsetzung der Ideen soll Wege aufzeigen, die regionale Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Das Untersuchungsgebiet

Als Untersuchungsgebiet wurde die Metropolregion Hamburg ausgewählt. Sie umfasst 17 Landkreise und zwei kreisfreie Städte in vier Bundesländern. Durch die Kooperation von städtischem Ballungszentren und ländlichen Räumen sollen Herausforderungen, wie z.B. der demographischer Wandel, die Infrastrukturentwicklung oder der Technologietransfer gemeinsam bearbeitet werden. Besondere Stärken und Ressourcen ländlicher Regionen sind z.B. in der kulturlandschaftlichen Ausstattung zu finden, die häufig noch nicht ausreichend in-Wert gesetzt sind. Regiobranding will hierfür eine Basis schaffen, wobei besonderer Wert auf die gemeinsame Erarbeitung von Strategien mit regionalen Akteuren gelegt wird. Dazu wurden innerhalb der Metropolregion drei Fokusregionen ausgewählt:

  • Fokusregion Lübeck und Nordwestmecklenburg
  • Fokusegion Steinburg
  • Fokusregion Griese Gegend - Elbe - Wendland

Die Fokusregion Griese Gegend - Elbe - Wendland umfasst mit der Griese Gegend ein Teilgebiet des Landkreises Ludwigslust-Parchim sowie den kompletten Landkreis Lüchow-Dannenberg.

 

Regiobranding: die Kooperationspartner

Das Projekt besteht aus acht Verbundpartnern:

Die Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg unterstützt das Projekt als assoziierter Partner. Im Projektverlauf werden weitere Partner aus allen Bereichen der Metropolregion beteiligt, die als regionale und lokale Akteure Projektinhalte mitentwickeln und Lernpartner im Innovationsprozess sind.

 

Regiobranding: der bisherige Projektverlauf vor Ort

Das Projekt wird von September 2014 bis Februar 2019 durchgeführt und sieht drei Hauptbearbeitungsphasen vor:

  1. die Wissenserhebung und Wissensproduktion,
  2. die Wissensverarbeitung und Entwicklung regionaler Branding-Konzepte und
  3. die modellhafte Umsetzung der Konzepte und deren Evaluation.

Damit bei der Vielzahl an Beteiligten das Projekt handlungsfähig bleibt, erfolgt die Steuerung über eine Innovationsgruppe.

 

Projektverlauf

2015

Am 20. Februar 2015 fand in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg die offizielle Auftaktveranstaltung des Forschungsprojekts statt. Am 4. Juni folgte der regionale Auftakt im "Pulverkeller" der Festung Dömitz.

Erste ausgewählte Ergebnisse des Projekts waren Gegenstand eines Arbeitstreffens am 7. September in Ludwigslust. Falco Knaps präsentierte Auszüge aus seiner Masterarbeit "Cultural Markers als Grundlage für die Bildung regionale Identität". Hierfür hatte er in der Untersuchungsregion 50 qualitative Interviews mit Privatpersonen wie Funktionsträgern geführt. Eine Studierendengruppe des Instituts für Umweltplanung der Uni Hannover stellte zudem die Ergebnisse ihrer Befragung von AnwohnerInnen, SchülerInnen und TouristInnen vor.

Am 22./23. September 2015 tagte die Innovationsgruppe (bestehend aus VertreterInnen des wissenschaftlichen Projektteams und der drei Fokusregionen) in Hitzacker (Lüchow-Dannenberg). Eine Fachexkursion durch die Region führte unter anderem in das Bioenergie-Modelldorf Quickborn (Akteur vor Ort: Martin Schulz, Land- und Energiewirt), zum früheren Kastellplatz "Hohbuoki" (vor Ort: Tobias Keienburg, Biosphärenreservat Nds. Elbtalaue), in das Gorleben-Archiv (vor Ort: Thomas Klages, BI) und zur Grünen Werkstatt Wendland (vor Ort: Meike Koopmann). 

Im Juni/Juli 2015 lief im Landkreis Ludwigslust-Parchim eine schriftliche Befragung von 2000 Haushalten, in Lüchow-Dannenberg startete die gleiche Befragung am 12. September, sie endete am 23. Oktober 2015.

Die Museen in der Fokusregion und die museumsübergreifende Zusammenarbeit stand am 23. November 2015 im Mittelpunkt eines "Netzwerktreffens" in Ludwigslust. Der Austausch sollte insbesondere dazu dienen, den Ausstellungs- und Museumsverbund der Griesen Gegend mit neuem Leben zu füllen. Zu diesem Zweck stellte Jenny Raeder vom Museumsverbund Lüchow-Dannenberg e. V. die Arbeit des musealen Dachverbands dieseits der Elbe vor.

Warum entscheiden sich Kunstschaffende dazu, auf dem Lande zu leben und zu arbeiten? Und hat die Region, in der sie zu Hause sind, einen Einfluss auf ihre kreative Tätigkeit? Diese Fragen standen im November/Dezember 2015 im Mittelpunkt einer kleinen Online-Befragung, die das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung (NIW) unter Lüchow-Dannenberger Künstlerinnen und Künstlern durchführte.

 

2016

Im Rahmen eines Werkstattgesprächs im Dannenberger Ostbahnhof im Mai 2016 stellten WissenschaftlerInnen der  Leibniz-Universität Hannover ausgewählte Zwischenergebnisse vor.

Eine Statuskonferenz am 22. Juli 2016 in Hamburg beleuchtete den aktuellen Fortschritt des Projekts. Dagmar Schulz vom Landkreis Lüchow-Dannenberg stellte die „Fokusregion Griese Gegend – Elbe – Wendland“ gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Joachim Müller aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim vor. „Regiobranding kann zum Impulsgeber werden, erstmalig mit der Nachbarregion neue Ideen und Projekte zu entwickeln, die die Identifikation mit der Region und ihrer Kulturlandschaft stärken und somit helfen, das Außenbild der Region zu stärken,“ erläuterte Schulz die Gründe des Landkreises für eine Beteiligung an dem Forschungsprojekt.

Am 14. September 2016 fand im Rundlingsmuseum Wendlandhof Lübeln ein erster Akteursworkshop statt. Am Beispiel der Streuobstwiesen diskutierten die TeilnehmerInnen unter Moderation von Angelika Blank, wie es im Projekt praktisch weitergehen soll. Konsens war der Wunsch, die „innere Wahrnehmung“ der Region zu befördern, sprich: das Wissen bei den Einheimischen um die besonderen Stärken und Potentiale Lüchow-Dannenbergs zu stärken.

2017

Im Rahmen eines Regionalforums stellten die WissenschaftlerInnen am 21. Februar 2017 in der Schulmensa Dannenberg ausgewählte Ergebnisse erstmals öffentlich vor. Im Mittelpunkt stand dabei die Haushaltsbefragung des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIW). Eins der vielleicht überraschendsten Erkenntnisse der Befragung: Das ehrenamtliche Engagement liegt sowohl in Lüchow-Dannenberg als auch in Ludwigslust-Parchim weit über dem Bundesdurchschnitt. Zusammengefasst stehen die Ergebnisse in Form von Arbeitspapieren hier zum Download zur Verfügung.

Zur Dokumentation des Regionalforums stellt der Landkreis Ludwigslust-Parchim weitere herunterladbare Dokumente zur Verfügung: einen Bericht zum Regionalforum 2017 sowie die im Rahmen des Forums verwendeten Plakate, eine Karte mit den "Lieblingsorten" der TeilnehmerInnen, einige der Vorträge, Übersichten über die nächsten Termine und über die Beteiligten, Foto-Impressionen sowie einen Pressespiegel

Rund 40 Akteure aus den Bereichen Kunst, Kultur, Museen, Denkmalpflege, Natur- und Landschaft beteiligten sich am 14. März 2017 an einem Workshop in Dannenberg. Woran fehlt es? Was muss entwickelt werden? Worauf können wir aufbauen? Anhand dieser Fragen und entlang der vorgegebenen Themenbereiche "Baukultur", "kulturelles Erbe", "Kulturangebote", "Landschaft" und "regionale Produkte" trugen die TeilnehmerInnen Stärken und Potentiale wie Schwächen der Region aus ihren Erfahrungen zusammen (eine auswertende Zusammenstellung wird in Kürze hier veröffentlicht). Mit dem Workshop fiel zudem der Startschuss für einen Ideenwettbewerb, den die beteiligten Landkreise Lüchow-Dannenberg gemeinsam auslobten.

Die Zusammenarbeit über die Elbe hinweg war am 3. Mai 2017 Thema einer Zukunftswerkstatt im Schulzentrum Dömitz. Im Mittelpunkt standen diese Fragen: Welche Interessen, welche Potentiale bestehen in der Region für eine elb- und damit länderübreifende Zusammenarbeit? Wo bietet sich eine engere Vernetzung an, wo nicht? Welche elbübergreifenden Projekte wären wünschenswert? 

Mitte Mai 2017 endete die Bewerbungsfrist für einen Ideenwettbewerb, den der Landkreis Ludwigslust-Parchim ausgelobt hatte. Insgesamt gingen beim Landkreis Ludwigslust-Parchim 18 Projektskizzen ein. Eine Jury aus WissenschaftlerInnen und Akteuren der Fokusregion nahm eine erste Bewertung vor. Vier Projektskizzen kamen in die engere Auswahl zur Umsetzung in Form eines Modellprojekts.

Nach Gesprächen mit den vier Ideengebern fiel im Septenber 2017 die Entscheidung, die eingereichten Ideen miteinander zu kombinieren und in Form eines Modellprojekts umzusetzen.

Kern des Modellvorhabens ist ein elbübergreifendes Citizen-Science-Projekt, das vielfältiges Wissen über die Kulturlandschaften der Region zusammenträgt, aufbereitet und über eine Internetplattform für eine breite Öffentlichkeit zugänglich und interaktiv nutzbar macht.

Kurz vor Weihnachten 2017 erhielt der Silberfuchs-Verlag (Corinna Hesse & Antje Hinz Gbr) den Zuschlag für die Umsetzung dieses Vorhabens.

Anfang Januar 2018 sollen die ersten Gesprächen zur Abstimmung zwischen dem Auftraggeber und den Auftragnehmerinnen stattfinden.

 

 

Regiobranding: ausgewählte Ergebnisse

Sieben Arbeitspapiere fassen die wissenschaftlichen Ergebnisse zu verschiedenen Fragestellungen zusammen. Hier stehen sie zum Herunterladen im pdf-Format zur Verfügung.

 

Matloch, J. et al. (2016):
Bevölkerungsbefragung zur Kulturlandschaft im Projekt Regiobranding
Arbeitspapier Nr. 1 b (4,24 MB)
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Knaps, Falco (2016):
Akteurskonstellationen und Cultural Markers in den Fokusregionen
Arbeitspapier Nr. 2 (1,28 MB)
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Steffenhagen-Koch, P.; Lange, L. (2016):
Engagement und Bewegungsräume in den Fokusregionen
Arbeitspapier Nr. 3 (140 MB)
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Matloch, J.:
Zahlungsbereitschaft und Lebensqualität in den Fokusregionen
Arbeitspapier Nr. 4 (130 KB)
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Wenger, F. C. (2016):
Landnutzungen und Landschaftselemente in den Fokusregionen
Arbeitspapier Nr. 5 (178,1 KB)
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Schaffert, M. (2016):
Landbedeckungs-/Landnutzungsveränderungen 1990-2012 in den Fokusregionen
Arbeitspapier Nr. 6 (136 KB)
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Schröder, J.; Ferretti, M.; Lüder, I. (2016):
Analyse Bau- und Siedlungsenzwicklung in den Fokusregionen
Arbeitspapier Nr. 7 (12,6 MB)
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Regiobranding: Newsletter

In unregelmäßigen Abständen informiert ein Newsletter über das Projektgeschehen.

Möchten Sie den Newsletter gerne per E-Mail zugesandt bekommen? Dann senden Sie eine kurze Nachricht an regiobranding@kreis-lup.de.

 

Die Newsletter stehen darüberhinaus auf dieser Seite zum Download bereit:

01/2016 - Fokusregion und Projekt
PDF-Dokument, 690 KB

02/2016 - Zusammenarbeit von Forschung und Praxis
PDF-Dokument, 528 KB

03/2016 - Werkstattgespräch in Dannenberg
PDF-Dokument, 682 KB

04/2016 - Aktuelles zum Forschungsprojekt "Regiobranding
PDF-Dokument

01/2017 - Informationen zum Regionalforum 2017
PDF-Dokument