Landkreis Lüchow-Dannenberg

Naturpark Elbhöhen-Wendland

Portrait

Der 1.160 Quadratkilometer große Naturpark Elbhöhen-Wendland liegt im östlichsten Zipfel Niedersachsens. Er beginnt im Landkreis Lüneburg und erstreckt sich dann weiter über den dünnbesiedelten Landkreis Lüchow-Dannenberg. Lag die Region früher im Schatten der innerdeutschen Grenze, so profitiert sie heute vom länderübergreifenden Naturschutzprojekt „Grünes Band“. Eine große Artenvielfalt kennzeichnet den Naturpark; seine EU-Vogelschutzgebiete und FFH-Gebiete gehören zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000.

Eine facettenreiche Landschaft

Urtümliche Wälder, Wiesen und Weiden, Heide und Bäche, die Elbhöhen, der Staatsforst Göhrde und der Drawehn, eine teils bewaldete, teils landwirtschaftlich genutzte Hügellandschaft – so vielfältig präsentiert sich der Naturpark Elbhöhen-Wendland. Etwa die Hälfte seiner Fläche ist als Landschafts- oder Naturschutzgebiet ausgewiesen. Markenzeichen für diesen bereits 1968 gegründeten Naturpark (früherer Name „Elbufer-Drawehn“) sind die Rundlingsdörfer mit ihren vielen guterhaltenen Fachwerkhäusern, eingebettet in ein liebliches, durch kleinbäuerliche Landwirtschaft geprägtes Landschaftschaftsbild.

Blütenpracht und Froschkonzert

Der Naturpark Elbhöhen-Wendland ist eine Naturlandschaft, die gegensätzlicher kaum sein kann. Hier gehen Feucht- und Trockenlebensräume eine enge Nachbarschaft ein. Der Naturpark ist daher Heimat vieler, zum Teil selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Auf trockenen Heiden und Magerrasen entfaltet sich im Frühjahr eine Blütenpracht ohnegleichen – ein Eldorado für Schmetterlinge und andere Insekten. Auch der Ameisenlöwe lauert hier in seinem Sandtrichter auf Beute. An Bachufern und in zahlreichen Gewässern laden Frösche, Kröten und Unken zum frühsommerlichen Konzert.

Baumriesen und Hirschkäfer

Bemerkenswert ist die Göhrde, eines der größten zusammenhängenden Mischwaldgebiete in Norddeutschland und ein seit Jahrhunderten gehegtes, ehemals kaiserliches Jagdrevier. Hier wachsen vor allem Kiefern, Buchen und Eichen, der Laubholzanteil wird kontinuierlich ausgebaut. Im Wortsinn herausragend ist der Eichenbestand, viele der uralten Baumriesen sind als Naturdenkmäler ausgewiesen und stehen unter Schutz. Im verheideten Traubeneichen-Hutewald des Breeser Grundes sind etwa 80 Käfer- und Falterarten der roten Liste nachgewiesen, darunter der seltene Hirschkäfer mit seinen geweihartigen Zangen.

Landleben in runden Dörfern

Reddebeitz und Reddereitz, Meuchefitz und Meudelfitz, Mammoißel und Tolstefanz – was wie eine magische Beschwörungsformel klingt, sind in Wirklichkeit Ortsnamen aus dem Naturpark Elbhöhen-Wendland. Wo sonst gibt es schon Dörfer, die Kröte, Kukate oder Klöterhörn heißen? Charakteristisch für die Region sind vor allem aber die Rundlingsdörfer. „Rundlinge“ haben traditionell nur einen Zugang zum Dorfplatz, um den sich kreisförmig die Giebelseiten der typischen niedersächsischen Ständerhäuser scharen. Die zu den Höfen gehörenden Grundstücke umschließen den Rundling und ergeben eine tortenstückartig parzellierte Kulturlandschaft. Diese Siedlungsform ist im Naturpark besonders gut erhalten geblieben. Die über 100 Rundlingsdörfer gehören als Rundlingslandschaft zur Deutschen Fachwerkstraße. Das Freilichtmuseum „Wendlandhof“ in Lübeln informiert über die Entstehung und Geschichte dieser einzigartigen Dörfer und gibt einen Einblick, wie ihre Bewohner vor etwa 200 Jahren gelebt und gearbeitet haben.

Ein Naturpark zum Wohlfühlen

Eine artenreiche Flora und Fauna, eine vielseitige Landbewirtschaftung, beschauliche Dörfer mit Heuhotels, Hofläden und Streuobstwiesen, schmucke Fachwerkstädtchen – der Naturpark Elbhöhen-Wendland vermittelt authentisches Landleben, Naturnähe und Nachhaltigkeit. Alteingesessene, aber auch Künstler, Akademiker, Handwerker von überall her leben und arbeiten hier. Sie genießen den Wechsel der Jahreszeiten, den Sternenhimmel und die gute Luft. Dieser Naturpark bietet das Lebensgefühl, das viele Menschen heute suchen. Eine faszinierende Stille und natürliche Dynamik zugleich. Dazu kommt eine bunte Mischung aus Geschichte, Kultur, Kunst und Musik. Dies unterstreicht die Einmaligkeit der Region. Und deshalb nutzen ihn die Gäste gern als einen besonderen Ort der Ruhe, Erholung und Entspannung. Denn statt Autobahnen und Großstadtgetümmel gibt es hier noch viel intakte Natur, aber eben auch viel Kreativität und kulturelle Vielfalt. Dies alles lässt sich mit dem Rad oder zu Fuß besonders intensiv erleben. Doch auch Reiten und Wasserwandern sind im Naturpark sehr beliebt.   

Steckbrief

Rundlingsdörfer; Fachwerkstädte Dannenberg (Elbe), Hitzacker (Elbe) und Lüchow (Wendland); Nemitzer Heide; Waldgebiete Drawehn, Gartower Forst und Göhrde; Landgraben-Dumme-Niederung; Erlebnisregion Elbe-Altmark-Wendland (Grünes Band); Kulturelle Landpartie

Lage

Der Naturpark liegt im den östlichsten Zipfel Niedersachsens. Er umfasst abgesehen vom Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue den gesamten Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie die Stadt Bleckede (teilweise) und die Gemeinden Nahrendorf und Tosterglope.

Gründung

1968 (als Naturpark Elbufer-Drawehn)

Größe

1.160 km²

Landschaftstypen

Eiszeitlich entstandene Natur- und Kulturlandschaft mit Fließ- und Stillgewässern, Laub- und Mischwäldern, Heideflächen sowie Acker- und Grünland

Schutzgebiete

Der Anteil der Naturschutzgebiete (NSG) und Landschaftsschutzgebiete (LSG) beträgt          41 % der Gesamtfläche.

Radfahren

Ausgeschildertes Radwegenetz mit thematischen Rundtouren, ergänzt durch Fernradwege wie den Vier-Länder-Grenzradweg

Wandern

Wendland-Rundweg mit den Teilabschnitten Elb-Höhenweg, Drawehn-Höhenweg und Wendland-Querweg sowie regionale Rundwanderwege

Reitwege

Ausgeschildertes Reitwegenetz mit neun Tourenvarianten und Rastplätzen für Pferd und Reiter bei Gartow sowie Paddocks am Nemitzer Heidehaus

 

Das sollten Sie gesehen haben:

  • Aussichtsturm auf dem Hohen Mechtien
  • Dummeniederung mit Rundwanderweg
  • Feldlilienpfad Govelin 
  • Großsteingräber im Schieringer Forst                                            
  • Hohe Kirche im Lemgow
  • Naturschutzgebiet Breeser Grund
  • Naturum Göhrde mit Waldmuseum, Waldlehrpfad und Waldlabyrinth
  • Nemitzer Heide mit Ausstellung "Feuer, Heide - neues Leben" im Nemitzer Heidehaus
  • Rundlingsmuseum Wendlandhof Lübeln                                                                  

 

Naturpark Elbhöhen-Wendland e.V.
Königsberger Straße 10
29439 Lüchow (Wendland)

Tel.: (05841) 120 540
Fax: (05841) 120 509
E-Mail: info@naturpark-elbhoehen-wendland.de
www.naturpark-elbhoehen-wendland.de