Landkreis Lüchow-Dannenberg
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Nemitzer Heide und Dummeniederung sollen Naturschutzgebiet werden: öffentliche Auslegung hat begonnen

18.12.2017 | Landkreis Lüchow-Dannenberg (LK 80/2017)

Die Nemitzer Heide und das Gebiet „Mittlere Dumme und Püggener Moor“ sind auf dem Weg zum Naturschutzgebiet. Heute, am 18. Dezember 2017, startete ein zentraler Schritt in dem Verwaltungsverfahren: die öffentliche Auslegung.  

Sie sind das Zuhause selten gewordener Vogelarten wie Brachpieper und Braunkehlchen sowie besonders schützenswerter Pflanzenarten: Jetzt sollen die Nemitzer Heide und die Dummeniederung Naturschutzgebiet werden. Foto: Uwe Meyer Bis zum 26. Januar 2018 haben alle Interessierten die Möglichkeit, die Verordnungsentwürfe der Kreisverwaltung Lüchow-Dannenberg im Lüchower Kreishaus einzusehen und ihre Anregungen zu äußern. Insbesondere LandwirtInnen sind gebeten, die Kartendarstellungen auf Richtigkeit zu prüfen, hierbei insbesondere die Darstellungen zu Acker und Grünland. 

Die Unterlagen zur Nemitzer Heide liegen außer im Kreishaus auch in den Samtgemeinde-Verwaltungen Gartow und Lüchow sowie der Gräflich Bernstorff´schen Forstverwaltung in Gartow zur Einsicht aus. Der Verordnungsentwurf zum Gebiet „Mittleren Dumme / Püggener Moor“ kann bei der Samtgemeinde Lüchow und im Rathaus in Clenze eingesehen werden. Die Kreisverwaltung weist darauf hin, dass nur Stellungnahmen berücksichtigt werden können, die innerhalb der Auslegungsfrist eingehen.  

Nach dem Ende der Auslegung wird die Naturschutzbehörde die eingegangenen Anmerkungen prüfen. Hierzu werden Abwägungsvorschläge erarbeitet, die den Kreisgremien zur Entscheidung vorgelegt werden. Es ist geplant, die abschließenden Verordnungsentwürfe dem Fachausschuss im April 2018 vorzustellen. 

Die Ausweisung der Gebiete erfolgt im Rahmen der hoheitlichen Sicherung der Flora-Fauna-Habitat-Gebiete und EU-Vogelschutzgebiete im Landkreis Lüchow-Dannenberg.  

Nähere Informationen gibt es beim Fachdienst Natur- und Landschaftsschutz im Lüchower Kreishaus oder im Internet unter www.luechow-dannenberg.de/natura_2000. 

 

Über die geplanten Naturschutzgebiete: Was zeichnet sie aus? 

Mittlere Dummeniederung. Foto: Eckhard KrügerDie Nemitzer Heide liegt in den Gemeinden Trebel und Prezelle sowie im gemeindefreien Gebiet Gartow südöstlich von Trebel. Sie umfasst Heideflächen und Magerrasen sowie Kiefernwälder, kleinere Laubwaldbereiche und Moorreste. Wertgebende Vogelarten sind unter anderem der Brachpieper, die Heidelerche, der Ziegenmelker und der Wiedehopf. Das geplante Naturschutzgebiet hat eine Größe von etwa 1064 Hektar.  

Das Gebiet “Mittlere Dumme und Püggener Moor” liegt in den Gemeinden Luckau (Wendland) und Waddeweitz, in den Flecken Clenze und Bergen an der Dumme sowie in der Stadt Wustrow (Wendland) zwischen der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt im Süden, Clenze im Westen, Schreyahn im Osten und Bausen im Norden. Das Gebiet beinhaltet naturnahe Fließgewässer wie die Dumme, Feucht- und Auwälder, nasses und mesophiles Grünland und vieles andere mehr. Wertgebende Tierarten des Gebiets sind unter anderem der Fischotter, Kleinfischarten wie das Bachneunauge und diverse Amphibien. Wertgebende Vogelarten sind unter anderem der Weißstorch, der Kranich, das Braunkehlchen. Das Gebiet hat eine Größe von etwa 1350 Hektar.  

Das bisherige Verfahren 

Ein erster Entwurf für eine Schutzgebietsverordnung wurde beim Landkreis Lüchow-Dannenberg bereits bis Anfang 2017 erarbeitet. Mit Vertretern der Land- und Forstwirtschaft, den Gemeinden sowie den Unterhaltungs- und Naturschutzverbänden wurde dieser im Frühjahr ausführlich diskutiert – und aufgrund der Anregungen der Praktiker überarbeitet. Auch die Anregungen aus Bürgerinformationsveranstaltungen in Trebel und Wustrow flossen in die Entwürfe der Verordnung ein. Am 31. Mai 2017 stimmte der Fachausschuss für Umwelt, Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft der Einleitung des gesetzlichen Verfahrens zu. Dieses begann mit der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der anerkannten Umweltverbände. Deren Anregungen und Bedenken wurden, soweit möglich, ebenfalls in die Verordnung integriert. 

 

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