Landkreis Lüchow-Dannenberg

Lüchow-Dannenberg gibt mehr als 100 Prozent - Im Landkreis wird seit zwei Jahren aus Sonne, Wind und Biomasse mehr Strom produziert, als die Einwohner verbrauchen (5. April 2013)

Lüchow. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist schon seit Jahrzehnten ein Brennpunkt der deutschen Energiepolitik. Doch der ländliche Kreis mit etwa 50.000 Einwohnern auf einer Fläche von 1.221 Quadratkilometern hat nicht nur das Atommüll-Zwischenlager Gorleben, sondern setzt sich für eine verstärkte Nutzung von Erneuerbaren Energien ein. Für sein Engagement ist der Landkreis kürzlich als „Energie-Kommune" ausgezeichnet worden. Mit dem Titel würdigt die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

Bereits am „Tag der Erneuerbaren Energien" 2011 verkündete Landrat Jürgen Schulz, dass der Landkreis eines seiner Ziele, nämlich eine Stromversorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien, erreicht hatte. Einen Monat zuvor war es nach einem verheerenden Erdbeben zu einer nuklearen Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gekommen. „Gerade durch die Auseinandersetzung mit der Kernenergie hat sich bei uns im Landkreis ein Bewusstsein für die Bereitstellung von Energie entwickelt", erläutert der parteilose Landrat Jürgen Schulz den Einsatz der Menschen für die Energiewende. „Wir wissen, dass der Strom nicht einfach so aus der Steckdose kommt. Deshalb ist es uns wichtig, Alternativen zu den konventionellen Energien aufzuzeigen und im Landkreis umzusetzen."

Doch der Landkreis möchte mehr als 100 Prozent. „Für eine dünn besiedelte Region wie Lüchow-Dannenberg macht es keinen Sinn bei 100 Prozent aufzuhören", sagt Landrat Jürgen Schulz. „Ohne die regenerativen Anlagen in unserer Region gehen die Lichter in den Städten aus. So sorgen die Erneuerbaren für eine kommunale Wertschöpfung in unserer Region und wir für den notwendigen Strom." Im Landkreis sollen daher zusätzliche Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen werden. Damit die Wertschöpfung auch in großen Teilen in der Region bleibt, motiviert der Bauernverband Nordostniedersachsen die Landwirte derzeit, sich im Vorfeld abzusprechen und sogar selber zu Betreibern der Anlagen zu werden.

Neben der Windkraft bestehen die nächsten Herausforderungen in der Wärmeversorgung und einer gleichmäßigen regionalen Stromversorgung. „Wir sind noch nicht am Ziel angekommen", meint Landrat Jürgen Schulz.

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