Stephan Frhr. von Welck: „Franzosenzeit im Hannoverschen Wendland (1803-1813)
“Eine mikro-historische Studie zum Alltagsleben auf dem Lande zwischen Besatzungslasten und Sozialreformen
Vor 200 Jahren erlebte das Kurfürstentum Hannover – und mit ihm das im nordöstlichsten Zipfel des heutigen Landes Niedersachsen gelegene Hannoversche Wendland – eine Epoche einschneidender Veränderungen. Denn in den Jahren 1803 bis 1805 war das Kurfürstentum von Frankreich besetzt, im Jahre 1806 – auf Betreiben Napoleons – mehrere Monate von Preußen, und ab Oktober 1806 wiederum von Frankreich. Von März 1810 bis Oktober 1813 gehörte das Hannoversche Wendland zu einem von Napoleons bereits 1807 gegründeten Satellitenstaat, dem sogenannten Königreich Westfalen, dessen Herrscher Jérome Bonaparte, jüngster Bruder Napoleons, als “König Lustig” in die Geschichte eingegangen ist.
Diese “Franzosenzeit” genannte Epoche brachte für das Alltagsleben der Menschen im Kurfürstentum fast permanente Belastungen durch Besatzung, Krieg und wirtschaftliche Ausbeutung, aber auch zahlreiche Verbesserungen durch administrative, rechtliche und soziale Reformen. Wie diese Veränderungen durchgesetzt wurden und wie sie auf das Alltagsleben der Menschen auf dem Lande einwirkten, wird am Beispiel des abseits der großen welthistorischen Ereignisse gelegenen Hannoverschen Wendlandes untersucht und im politischen und sozialen Gesamtkontext der damaligen Zeit erörtert.
ISBN 978-3-7752-6127-2