Späte Tore beim 3:3 in Küsten
Spektakel mit Verspätung
Fußball-Bezirksliga: VfL spielt in Küsten 3:3 nach 1:3
jw Küsten. Eine Halbzeit lang war alles anders als zuletzt. Verhaltenes Tempo, wenig Bewegung, selten prickelnde Zweikämpfe, kaum Chancen; und vor allem - fast keine Tore.
»Das wird wohl diesmal nicht so ein Spektakel wie sonst», stellte ein Zuschauer fast schon etwas empört fest. Unerhört: Nach gut 20 Minuten hieß es im Fußball-Bezirksliga-Spiel zwischen dem SV Küsten und dem VfL Breese/ Langendorf immer noch 0:0.
Unter vier Buden machen sie es nicht. So lautet eine Erkenntnis aus den jüngsten Vergleichen zwischen den beiden Mannschaften, bei denen die Kicker stets Tore wie am Fließband produzierten. Entsprechend erwartungsvoll waren die gut 250 Fans beider Teams am Sonnabend in Küsten. Am Ende wurden die Erwartungen auch diesmal erfüllt. Beim 3:3 (1:0) bekamen die Zuschauer doch noch ein spätes Spektakel geboten.
Was bei den neutralen Anhängern für Zufriedenheit sorgte, verursachte bei den Trainern eher gemischte Gefühle. SV Küstens Coach Jürgen Stellhorn trauerte zwei Punkten hinterher, denn seine personell arg gebeutelte und darum defensiv ausgerichtete Mannschaft hatte neun Minuten vor Schluss noch 3:1 vorne gelegen, brachte die Führung aber nicht ins Ziel. Und für den lange Zeit tonangebenden und spielerisch aktiveren VfL um Trainer Andreas Stahlbock war bei einem Chancenverhältnis von 10:6 ebenfalls mehr als eine Punkteteilung drin. Die hilft beiden Mannschaften zudem nicht wirklich weiter, denn mit Blick in Richtung Tabellenkeller ist Relegationsplatz 13 weiterhin nur vier Punkte entfernt.
Für den ersten Aufreger der Partie sorgte Gregor Trowitzsch. Der Kapitän des SV Küsten kickte einen an Wenzel Nemetschek verursachten Foulelfmeter zu unplatziert und halbhoch in Richtung VfL-Tor, so dass Keeper Bernd Pippow den Schuss abwehren konnte (24.). Auf der anderen Seite nutzte SVK-Torhüter David Minzer einen 23-m-Schlenzer von Marvin Schultz zu einer Flugeinlage und kratzte das Leder aus dem oberen Torwinkel (35.). Sören Schultz verhinderte zwei Meter vor der Linie in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Maik Kampa ebenfalls eine mögliche VfL-Führung (40.), ehe auf der anderen Seite Jasper Frohn nach einem Pass von Philipp Steckel praktisch mit dem Halbzeitpfiff die torlose Zeit beendete und die etwas glückliche Führung für die Gastgeber markierte.
Schlag auf Schlag ging es nach dem Wiederanpfiff von Schiedsrichter Marcus Henze weiter. Mit einer Direktabnahme nach einer Flanke von Nemetschek sorgte der bis dahin blasse Benjamin Techand für das 2:0 (55.), dem Marvin Schultz nur wenige Minuten später mit einem nicht minder wuchtigen Volleyschuss den Anschlusstreffer folgen ließ. Wiederum Techand schlenzte danach unbedrängt das 3:1 sehenswert in die Maschen (77.).
Doch der VfL Breese/Langendorf war noch nicht geschlagen und drängte die zusehends abbauenden Platzherren immer mehr in die Defensive. Mit einem 16-m-Direktschuss über Torwart David Minzer hinweg zum 2:3 befeuerte Lukas Michalewicz den Sturmlauf der Gäste (81.). Und der eingewechselte Maximilian Schulz belohnte den VfL am Ende mit seinem Lupfer zum 3:3 nach einer Kopfballverlängerung von Lars Bannöhr (85.) zumindest noch mit einem Punkt und rundete das späte Spektakel gebührend ab.
Bild: Zwei gegen einen: Gestoppt haben in dieser Szene Torschütze Jasper Frohn (links) und Kjell Kul- schewski vom SV Küsten Angreifer Maik Kampa vom VfL Breese/ Langendorf.
Trainerstimmen zum Derby
Andreas Stahlbock, VFL Breese/Langendorf:
„ Das war ein schlechtes Spiel von uns. Wir haben uns zuwenig zugetraut, zu viele Fehler gemacht und waren vor dem Tor zu zaghaft, vor allem in der 1.Halbzeit. Da steckt mehr in der Mannschaft. Positiv ist, das wir nach dem 1:3 noch einen Punkt geholt haben, damit hätte ich nicht mehr gerechnet. Aber vom Spielverlauf her war das auch so gerechtfertigt!“
Jürgen Stellhorn, SV Küsten:
„Wir haben 60,70 Minuten ordentlich gespielt, gut tief gestanden und auf Konter spekuliert, das war kontrolliert. Zum Schluss haben wir aber völlig die Ordnung verloren, gerade im Spielaufbau, da fehlte es uns dann an Entlastung. Angesichts der Personallage ohne etliche Stammspieler war das in Ordnung. Wir haben zwar 3:1 geführt, hätten am Ende aber sogar noch verlieren könn