„Löffelglück“ – Ausstellung im Höhbeck-Museum Vietze

vom 14.10.2017 bis 14.10.2017
von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Löffelglück. Foto: MuseumMit einem Löffel isst man Brei und Suppe, löffelt aus dem Ei, fischt Kartoffeln aus dem Topf oder schaufelt Zucker aus der Dose. Bis zum 15. Oktober zeigen fünf SammlerInnen im Höhbeck-Museum Vietze ihre Löffelsammlungen.

Wenn ein Löffel schön ist und gut passt zu Hand, Mund, Topf und Tisch, macht uns das glücklich. Unpraktische und unbequeme Löffel sind dem modernen Menschen lästig. Die Ausstellung im Vietzer Museum zeigt, dass Löffelglück und -alltag sehr unterschiedliche Formen annehmen können. „Diese Ausstellung ist auch eine Einladung, die Wahrnehmung zu schulen“, erklärt Barbara Tietze aus dem Museumsteam.  

Susanne Schwarz-Raacke (Berlin) arrangiert eine Löffelwelt, die Unterschiede in Material, Herstellungstechnik und Handhabungskomfort dokumentiert - eine Sammlung mit pädagogischen Absichten, die uns aber daneben die geheimnisvolle Ästhetik des Alltags vor Augen führt. Diese Löffel sind auch eine designtheoretische Inszenierung.

Barbara Tietze (Vietze) hat eine andere Motivation. Sie befasst sich mit  Moden, Konventionen und Sachzwängen. Ihre Neugier gilt der Etikette und den Vorgaben der Gesellschaft. Ihre Löffel sind oft Grenzgänger. Sie stellt fragile Versuche vor, mit und gegen Ordnung zu handeln. Ihre Löffel sind auch ein Aufstand gegen die Norm.

Sony Würtemberg (Vietze) stellt die Löffel ihrer Mutter aus. Das Erbe ist ein Blick in die Vergangenheit. Wir sehen, das Löffelglück unserer Vorfahren unterliegt historischen Wertvorstellungen. Die individuelle Handwerkskunst spielt eine Rolle, der Wert von Material und Handarbeit, der sorgsame Umgang und die Pflege. Zur Kultur des bürgerlichen Alltags gehört aber auch die Unbequemlichkeit.

Friedel und Monika Hofmann (Schnackenburg) sind aus Südafrika. zugezogen. Ihre Löffel sind Erinnerungen an ein koloniales Erbe und afrikanische Nachbarn. Zwei von Monika selbstgeschmiedete Löffel zeugen von archaischen Hoffnungen auf eine andere Welt, die sie nun im Wendland gefunden haben. Diese Löffel sind auch eine Biografie.

Hermann Waldenburg (Groß Heide) ist ein Künstler und ein Pädagoge. Zeit seines Lebens beobachtet er seine Umwelt, sammelt seine Beobachtungen und arrangiert sie zu einem Gesamtkunstwerk. Mit  seiner Löffelausstellung stellt er sechs Szenarien vor, die mit Vorder- und Hintergrund experimentieren, mit Kontrast und Größe und Kultur. Es entsteht ein nichtwissenschaftliches Panorama, ein Anstoß zu assoziativem Denken.

Das Höhbeckmuseum ist geöffnet Sa./So. und an Feiertagen jeweils von 15 bis 17 Uhr.

Die Finissage wird am 15. Oktober mit einem „Tag des Arme-Leute-Essens“ begangen, der mit einer Art „Wahlparty“ endet.

Auskünfte unter Tel. 05846 / 22 01 oder 05846 / 98 028 28

 

 

 

Veranstaltungsort:
Höhbeck-Museum Vietze
Hauptstr. 1
29478 Höhbeck OT Vietze

05846 - 980 28 28 (Christa Lehrer) oder 22 01 (Barabara Tietze)



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