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Ausstellung „Stadt – Land – Flucht“ im Museum Wustrow endet in Kürze

Das Wendland war und ist ungewollter oder ersehnter Zufluchtsort. Im vergangenen Jahr eröffnete das zeitgeschichtliche Museum Wustrow eine neue Sonderausstellung, die das „Weggehen und Ankommen im Wendland" von 1944 bis 2017 thematisierte. 

Glasfassade des Museums Wustrow. Foto: MuseumDie Ausstellung ist nur noch an wenigen Tagen zu sehen: vom 14. Januar bis 18. Februar jeweils sonntags von 14 - 16 Uhr. Am Sonntag, dem 25. Februar um 11 Uhr gibt es eine Finissage: Das Team der AusstellungsmacherInnen feiert mit allen in der Ausstellung dargestellten Geflüchteten und Interviewten, MitmacherInnen und Interessierten. Der Eintritt zur Finissage ist frei.

Die aktuelle Ausstellung stellt die persönliche und gesellschaftliche Dimension von Flucht, Zwangsmigration und Zuwanderung sowie Stadt- und Landflucht zeitübergreifend dar. Wie gelingt das Heimisch-Werden und wie verändert sich der Landkreis Lüchow-Dannenberg durch die „Hinzugekommenen”?

Lüchow-Dannenberg nahm nach dem Zweiten Weltkrieg eine große Zahl an Flüchtlingen und Vertriebenen auf. Ihre Aufnahme, Verteilung, Unterbringung in Wohnung und Arbeit sowie ihre soziale und kulturelle Integration stellten eine große Herausforderung dar. Im Laufe von etlichen Jahren fühlten sie sich hier größtenteils zu Hause, sie veränderten und stärkten den Landkreis Lüchow-Dannenberg. Den hohen Zuwanderungen in diese schwach besiedelte Region in der Grenzlage zur DDR folgte danach aber bald ein entsprechend hoher Bevölkerungsschwund. Das Wirtschaftswunder sog Arbeitswillige in die wirtschaftlichen Ballungszentren der Bundesrepublik ab.

In der Zeit des geteilten Deutschlands bleibt durch die grenznahe Lage des Wendlandes zur DDR das Thema Flucht weiterhin etwas dramatisch Alltägliches. Auch wurden hier in den Jahrzehnten vor der Wende Flüchtlinge aus Bosnien, Vietnam, Ungarn aufgenommen. Nur wenige blieben.

Heute erleben wir Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Iran und afrikanischen Staaten. Neue „Fremde“ – ein Begriff, der den Blick auf das subjektive Erleben von Begegnungen richtet zwischen denen, die hier zu Hause sind und jenen, die hier als Fremde behandelt werden. Ämter und Einwohner bemühen sich um Hilfestellung, die Geflohenen streben nach Integration. In die Bekundungen von Mitgefühl und Hilfe – das Wort „Willkommenskultur“ machte die Runde – mischt sich auch eine diffuse Angst vor den „Fremden“. Man redet über „Schutz der Landesgrenzen“ und Einführung von „Obergrenzen“. Für einige scheinen die vor Bedrohung Fliehenden selbst zur Bedrohung geworden zu sein. Eine Million neue „Fremde“ sind ab 2015 in unser Land gekommen. Hinter dieser Zahl stehen jedoch reale Menschen mit ihren persönlichen Schicksalen, die unsere Gesellschaft mit formen. Eine Tatsache, mit der wir umgehen lernen müssen.

Das Museum Wustrow ist eins von dreizehn Museen zwischen Elbe und Wendland und Mitglied im Museumsverbund Lüchow-Dannenberg e. V.: www.museen-wendland.de.

 

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