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Feridun Zaimoglu liest aus seinem neuesten Roman „EVANGELIO“

500 Jahre nachdem Martin Luther seine 95 Thesen gegen den missbräuchlichen Handel mit Ablassbriefen veröffentlicht hat, hat Feridun Zaimoglu einen Luther-Roman geschrieben. Im Rahmen der Aktion „Land – Kultur – Kirche 2017“ liest er am Freitag, dem 27. Oktober um 19 Uhr in der St. Johannis Kirche in Dannenberg daraus.

Feridun Zaimoglu. Foto: Arne List - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=251858644. Mai 1521 bis 1. März 1522: Martin Luther, Professor in Wittenberg, ist auf Geheiß des Kurfürsten von Sachsen in Gewahrsam genommen worden. Auf der Wartburg sieht er sich größten Anfechtungen ausgesetzt, vollbringt aber auch sein größtes Werk: In nur zehn Wochen übersetzt er das Neue Testament ins Deutsche.

In seinem neuesten Raoman „EVANGELIO“ begibt Feridun Zaimoglu sich in die Zeit, auf die Burg und in die Kämpfe, die der Verdolmetscher auszufechten hat. Dazu bedient er sich eines Ich-Erzählers, der zwar eine erfundene Figur, aber äußerst faszinierend ist: Landsknecht Burkhard, ein ungeratener Kaufmannssohn, ist Martin Luther zum Schutze an die Seite gestellt. Seine Perspektive ist es, die den Blick auf das Leben, das Streben und die Qualen des Reformators eröffnet. Burkhard selbst ist Katholik und Anhänger des alten Brauchs und sieht Luthers Wirken mit Sorge. Er will nicht abfallen, nicht mit der Sitte brechen und muss doch den, der dieses tut, schützen und bewahren. Ja, er muss Luther sogar begleiten, als dieser heimlich die Burg verlässt und sich bei Melanchthon in Wittenberg aufhält. Und er muss Luther beistehen, als ihn die sogenannte Teufelsbibel in schlimmste Teufelsvisionen stürzt.

Mit klingender Sprache, erstaunlichem Kenntnisreichtum und dramatischer Zuspitzung erzählt Feridun Zaimoglu von einem großen Deutschen, einer Zeit im Umbruch und der Macht und Ohnmacht des Glaubens.

Der Autor (Jahrgang 1964) wurde im anatolischen Bolu geboren und lebt seit seinem sechsten Lebensjahr in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel und schreibt für Die Welt, die Frankfurter Rundschau, Die Zeit und die FAZ. Seit 2002 erhielt er unterschiedliche Preise und Auszeichnungen für seine Veröffentlichungen.

Eintritt: Hut geht rum.

Die Aktion "Land - Kultur - Kirche 2017" wird gefördert von der Hanns-Lilje-Stiftung.

 

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