Landkreis Lüchow-Dannenberg beteiligt sich an Klimaschutzinitiative der Bundesregierung
Endspurt beim Klimaschutzkonzept Lüchow-Dannenberg - Der Entwurf mit konkreten Maßnahmen zur Energie- und CO2-Einsparung liegt nun vor
Der Klimaschutz stellt uns heute vor große Herausforderungen. Denn aktiver Klimaschutz durchzieht alle Lebensbereiche: Verkehr und Wirtschaft genauso wie Bauen, Wohnen und Arbeiten. Das seit kurzem im Entwurf vorliegende Klimaschutzkonzept für Lüchow-Dannenberg, das im Auftrag des Landkreises Lüchow-Dannenberg von der target GmbH Lüchow entwickelt wurde, spiegelt die Vielfalt dieser Anforderungen wider. Das Konzept geht weit über die klassischen Handlungsfelder wie erneuerbare Energien und Energieeffizienz hinaus. Hier können Sie das KLIMASCHUTZKONZEPT herunterladen (Stand: Juli 2010).
Die Bundesregierung hat sich auf dem Gebiet des Klimaschutzes ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis zum Jahr 2020 sollen die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 40 % reduziert und die Energieproduktivität verdoppelt, also mit dem gleichen Energieeinsatz doppelt so viel erzeugt werden. Außerdem ist eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromproduktion auf 30 % und an der Wärmeerzeugung auf 14 % geplant. Alle Städte, Gemeinden und Bürger sind dazu aufgerufen, sich aktiv an dieser Entwicklung zu beteiligen.
Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat bereits 1997 begonnen, seine Energieversorgung auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen. Damals betrug der Anteil erneuerbarer Energieträger am gesamten Energiebedarf des Landkreises gerade mal 1 Prozent. Inzwischen liegt der Anteil erneuerbarer Energien bei 63 % des Stromverbrauchs und bei 10 % des Wärmeverbrauchs (Stand: 2009).
Lüchow-Dannenberg hat sich als Kompetenzregion im Bereich erneuerbarer Energien und Bioenergie im Besonderen einen Namen gemacht. Dennoch ist das Potenzial zur Energieeinsparung und zur Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung noch lange nicht ausgeschöpft.
Deshalb hat der Landkreis Lüchow-Dannenberg sich entschieden, ein integriertes Klimaschutzkonzept zu erstellen. Dies wird im Rahmen der bundesweiten Klimaschutzinitiative finanziell unterstützt.
Der vorliegende Entwurf des Klimaschutzkonzeptes umfasst mit seinen rund 200 Seiten eine Bestandsanalyse, eine Potenzialermittlung und daraus abgeleitete Handlungsfelder, Maßnahmen, Projekte und Handlungsempfehlungen.
Ausgewählte Ergebnisse der Bestandsanalyse
Zentrales Ergebnis der Bestandsanalyse ist die Energie- und CO2-Bilanz. Die privaten Haushalte verbrauchten demnach im Jahr 2007 rund 38% der in Lüchow-Dannenberg benötigten Endenergie. Sie stellen damit die größte Verbrauchergruppe dar. Es folgt die Wirtschaft mit 31 % und der Verkehr mit einem Anteil von 28 % des Endenergiebedarfs. Die kommunale Verwaltung hat einen Anteil von 3 % am Endenergiebedarf des Landkreises.
In den Jahren 2000 bis 2007 ist der Anteil der in der Region erzeugten erneuerbaren Energien (EE) stetig angestiegen und lag im Bezugsjahr 2007 bereits bei 33,44 %. Leider sind in dieser Angabe die jüngsten Entwicklungen noch nicht mit aufgenommen. Aktuellere Zahlen ergeben für das Jahr 2009 einen regionalen Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergiebedarf von 63%.
Die CO2-Emissionen pro Kopf liegen mit 9,25 t CO2 pro Einwohner und Jahr knapp unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 9,38 t. Betrachtet man die einzelnen Sektoren, so liegen die Pro-Kopf-Emissionen in den Sektoren private Haushalte, kommunale Verwaltung und Verkehr deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Lediglich bei der Wirtschaft konnten geringere Pro-Kopf-Emissionen ermittelt werden als im Bundesdurchschnitt.
Die Potenziale
Das größte Potenzial besteht laut Klimaschutzkonzept im Umbau der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien, gefolgt vom weiteren Umbau der Stromversorgung auf erneuerbare Energien und dem Umbau des Energieverbrauchs im Verkehr auf erneuerbare Energien.
Bei den Einsparpotenzialen liegen die privaten Haushalten an der Spitze, gefolgt von Einsparungen in Wirtschaft und Verkehr bis hin zur Einsparung in kommunalen Gebäuden.
Auch wenn der Anteil der Kommunen an Klimaschutzmaßnahmen zunächst gering erscheinen mag, so leitet das Konzept aus den erarbeiteten Projekten dennoch wichtige Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für die kommunale Verwaltung ab. Aber auch darüber hinaus wurden zahlreiche Projekte und Handlungsempfehlungen für die kommunale Verwaltung erarbeitet, die beispielsweise die Beschaffung, den eigenen Gebäudebestand, die Energieberatung für Privathaushalte, die Forstwirtschaft, die Landwirtschaft oder den Bereich Verkehr - von der Verkehrsvermeidung über Radwege bis hin zum öffentlichen Nahverkehr und den Einsatz von Biogas als Treibstoff - einschließt.
Der vorliegende Entwurf für das integrierte Klimaschutzkonzept soll nun in den politischen Gremien eingehend diskutiert und eventuell korrigiert werden. Der Beschluss ist im Anschluss an die Sommerpause geplant.

Gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland
Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages
Förderkennzeichen: 03KS0244